Teilnehmer und Kader Afrika-Cup 2019

Gruppe A

Ägypten

Torwart: Mahmoud ‚Genesh‘ Abdelrahim (Zamalek), Mohamed el Shenawy (Al Ahly), Ahmed al Shennawy (Pyramids)
Verteidiger:  Mahmoud Alaa, Mahmoud Hamdy (both Zamalek), Omar Gaber, Ahmed Ayman Mansour (both Pyramids), Ayman Ashraf (Ahly), Ahmed Elmohamady (Aston Villa/ENG), Baher El Mohamady (Ismaily), Ahmed Hegazi (West Bromwich Albion/ENG)
Mittelfeld: Nabil Emad Donga (Pyramids), Mohamed Elneny (Arsenal/ENG), Ali Ahmed Ghazal (Feirense/POR), Tarek Hamed (Zamalek), Mahmoud ‚Trezeguet‘ Hassan (Kasimpasa/TUR), Abdullah al-Saeed (Pyramids), Waleed Soliman (Ahly), Amr Warda (Atromitos/GRE)
Angreifer: Ahmed Ali Kamel (Al Mokawloon), Ahmed Hassan Kouka (Olympiakos/GRE), Marwan Mohsen (Ahly), Mohamed Salah (Liverpool/ENG)

Für den Gastgeber und Rekordsieger des Afrika-Cups (7. Titel) kann das Ziel selbstredend nur der Sieg sein. Viermal fand das Turnier in Ägypten statt, dreimal holten die Pharaonen vor heimischen Publikum den Titel (1959, 1986, 2006). Die Krise in Folge des arabischen Frühlings 2011, durch die Ägypten wegen Unruhen im Land dreimal den Afrika-Cup verpasste (2012, 2013, 2015), ist vorbei. Beim letzten Turnier (2017) erreichten die Nordafrikaner das Finale, das knapp mit 1:2 gegen Kamerun verloren ging. Letztes Jahr spielte man erstmals seit 28 Jahren wieder eine WM. Nun soll im Sommer endlich wieder ein Titel her. Den letzten holte Ägypten 2010 beim Afrika-Cup in Angola.
Der große Hoffnungsträger ist natürlich Mohamed Salah (27), der wohl aktuell beste Spieler des Kontinents. In den letzten beiden Jahren wurde der Angreifer vom FC Liverpool zu Afrikas Fußballer des Jahres gewählt. Salah wird in Ägypten verehrt wie ein Heiliger. Denn nie hatte das Land einen solch talentierten Fußballer, einen absoluten Weltklassespieler, in den eigenen Reihen. Im Nationaltrikot kommt er auf eine starke Quote von 39 Toren in 62 Spielen. Doch es ist nicht nur sein Können. Salah ist in Ägypten als Wohltäter bekannt, hilft regelmäßig den Armen und Schwachen.
Neben Salah ragen Mohamed Elneny (27) vom FC Arsenal und Trezeguet (24), türkischen Klub Kasimpasa und Innenverteidiger Ahmed Hegazy vom West Bromwich, auch als „Pyramiden-Nesta“ bekannt, heraus. Coach Hector Cuper musste nach dem Vorrundenaus bei der WM gehen, ihn ersetzte der erfahrene Mexikaner Javier Aguirre. Ägypten ist mit Sicherheit einer der heißesten Anwärter auf den Titel.

DR Kongo

Tor: Parfait Mandanda (Dinamo Bucharest/ROM), Ley Matampi (Al Ansar/KSA), Anthony Mossi (Chiasso/SUI)
Verteidigung: Glody Ngonda, Djuma Shabani (both V Club), Christian Luyindama (Galatasaray/TUR), Arthur Masuaku (West Ham/ENG), Wilfred Moke (Ankaragucu/TUR), Issama Mpeko (TP Mazembe), Marcell Tisserand (Wolfsburg/GER), Bobo Ungenda (Primeiro Agosto/ANG)
Mittelfeld: Merveille Bope, Paul-Jose Mpoku (both Standard Liege/BEL), Jacques Maghoma (Birmingham City/ENG), Chancel Mbemba (Porto/POR), Tresor Mputu (Mazembe), Youssouf Mulumbu (Kilmarnock/SCO)
Angriff: Chadrack Akolo (Stuttgart/GER), Britt Assombalanga (Middlesbrough/ENG), Cedric Bakambu (Beijing Guoan/CHN), Yannick Bolasie (Everton/ENG), Jonathan Bolingi (Antwerp/BEL), Elia Meschak (Mazembe)

Die Kongolesen haben viele international erfahrene Spieler, die in einer der vier europäischen Topligen spielen oder gespielt haben. Innenverteidiger Marcel Tisserand (Wolfsburg) und Chadrac Akolo (Stuttgart) spielen in der Bundesliga, Außenstürmer Yannick Bolasie war jahrelang Leistungsträger in der Premier League, aktuell läuft er für Anderlecht auf. Arthur Masuaku steht bei West Ham unter Vertrag. Auch Defensivmann Chancel Mbemba (aktuell Porto) und Mittelfeldmotor Youssouf Mulumbu (Celtic Glasgow) haben schon Erfahrung in der höchsten englischen Spielklasse gesammelt. Und Angreifer Cédric Bakambu sorgte jahrelang bei Villareal in Spanien für Furore, gehörte dort zu den treffsichersten Angreifern. Dann wechselte er nach China.
Trotz einer solch großen Anzahl an international erfahrenen Akteuren mussten die Kongolesen lange um die Teilnahme am Afrika-Cup bangen. Erst am letzten Spieltag der Qualifikation sprang man mit einem knappen 1:0-Sieg gegen Liberia auf den zweiten Platz in der Gruppe und buchte so das Ticket nach Ägypten. Platz 1 in der Qualifikationsgruppe belegte Simbabwe, auf das man nun in Gruppe A erneut treffen wird sowie auf Gastgeber Ägypten und Uganda. Einen wirklich guten Eindruck hinterließ Kongo in der Qualifikation also nicht, dennoch ist dem Land im Herzen des Kontinents in Ägypten einiges zuzutrauen. Ein Turnier zu spielen, ist etwas anderes als die Qualifikation. Bei den letzten beiden Afrika-Cups überstand Kongo jeweils die Vorrunde, 2015 wurde man sogar Dritter. Auf der Trainerbank herrscht anders als bei vielen anderen afrikanischen Nationalteams Kontinuität. Florent Ibenge ist bereits seit 2014 im Amt. Hinzu kommt die internationale Erfahrung der Spieler. Mit dem Titelgewinn dürfte es schwer werden, aber ein Platz unter den letzten Acht oder sogar Vier ist DR Kongo zuzutrauen.

Simbabwe:

Tor: George Chigova (Polokwane City/RSA), Elvis Chipezeze (Baroka/RSA), Edmore Sibanda (Witbank Spurs/RSA)
Verteidigung: Tendayi Darikwa (Nottingham Forest/ENG), Jimmy Dzingai (Power Dynamos/ZAM), Teenage Hadebe (Kaizer Chiefs/RSA), Divine Lunga (Golden Arrows/RSA), Alec Mudimu (CEFN Druids/WAL), Ronald Pfumbidzai (Bloemfontein Celtic/RSA)
Mittelfeld: Talent Chawapiwa, Ovidy Karuru (beide AmaZulu/RSA), Khama Billiat (Kaizer Chiefs/RSA), Thabani Kamusoko (Young Africans/TAN), Tafadzwa Kutinyu (Azam/TAN), Kudakwashe Mahachi (Orlando Pirates/RSA), Marshall Munetsi (Reims/FRA), Marvellous Nakamba (Club Brugge/BEL), Danny Phiri (Golden Arrows/RSA)
Angriff: Tinotenda Kadewere (Le Havre/FRA), Nyasha Mushekwi (Dalian Yifang/CHN), Knowledge Musona (Lokeren/BEL), Knox Mutizwa (Golden Arrows/RSA), Evans Rusike (SuperSport Utd/RSA)

Dreimal nahm Simbabwe am Afrika-Cup teil, 2004, 2006 und beim letzten Afrika-Cup 2017. Immer war nach der Vorrunde Schluss. Das soll sich nun ändern. Da nun erstmals 24 Teams teilnehmen und die vier besten Gruppendritten ebenfalls das Achtelfinale erreichen, rechnet man sich gute Chancen auf ein Weiterkommen aus. Die beiden größten Hoffnungsträger sind Ex-Hoffenheimer Knowledge Musona und Mittelfeldmann Marvelous Nakamba vom FC Brügge. Wer Simbabwe unterschätzt, wird sein blaues Wunder erleben. In der Qualifikation wurden die „Warriors“ Gruppenerster, schlugen unter anderem das deutlich stärker eingeschätzte DR Kongo. Auf die Kongolesen trifft man in Gruppe A nun erneut. Gelingt wieder ein Sieg, hat Simbabwe sehr gute Chancen, das erste Mal in seiner Historie die Vorrunde zu überstehen. Es wäre ein Feiertag für das gesamte Land.

Uganda

Tor: Jamal Salim Magoola (Al Hilal/SUD), Robert Odongkara (Adama City/ETH), Denis Onyango (Mamelodi Sundowns/RSA)
Verteidigung: Timothy Awanyi (KCCA), Murushid Juuko (Simba/TAN), Isaac Muleme (Viktoria Zizkov/CZE), Hassan Wasswa Mawanda (vertragslos), Bevis Mugabi (Yeovil Town/ENG), Ronald Mukiibi (Ostersunds/SWE), Joseph Ochaya (TP Mazembe/COD), Nicholas Wadada (Azam/TAN), Godfrey Walusimbi (vertragslos)
Mittelfeld: Khalid Aucho (Church Hill Brothers/IND), Michael Azira (Montreal Impact/CAN), Allan Kateregga (Maritzburg Utd/RSA), William Kizito Luwagga (Shakhter Karagandy/KAZ), Tadeo Lwanga (Vipers), Farouk Miya (Gorica/CRO), Emmanuel Okwi (Simba/TAN)
Angriff: Patrick Kaddu, Allan Kyambadde (both KCCA), Lumala Abdu (Syrianska/SWE), Derrick Nsibambi (Smouha/EGY)

In den Sechziger- und Siebzigerjahren war Uganda regelmäßig beim Afrika-Cup dabei, erreichte 1978 sogar das Finale. Doch seit diesem großen Erfolg konnten sich die Kraniche nur noch einmal für das Kontinentalturnier qualifizieren, für die letzte Ausgabe 2017. Da schied man als Gruppenletzter mit nur einem Punkt in der Vorrunde aus. Auch dieses Mal ist Uganda klarer Außenseiter. Es wäre eine absolute Sensation, sollte Uganda die Gruppe mit Gastgeber Ägypten, DR Kongo und Simbabwe überstehen. Fast alle Spieler im Kader verdienen ihr Geld in Afrika. Keiner spielte jemals auf allerhöchstem Niveau. Zwei Spieler sind gar vertragslos.

Gruppe B: 

Nigeria

Tor: Daniel Akpeyi (Kaizer Chiefs/RSA), Ikechukwu Ezenwa (Katsina Utd), Francis Uzoho (Anorthosis Famagusta/CYP)
Verteidigung: Olaoluwa Aina (Torino/ITA), Chidozie Awaziem (Caykur Rizespor/TUR), Leon Balogun (Brighton/ENG), Jamilu Collins (Paderborn/GER), William Ekong (Udinese/ITA), Kenneth Omeruo (Leganes/ESP), Abdullahi Shehu (Bursaspor/TUR)
Mittelfeld: Oghenekaro Etebo (Stoke City/ENG), John Obi Mikel (Middlesbrough/ENG), Wilfred Ndidi (Leicester City/ENG), John Ogu (Hapoel Be’er Sheva/ISR)
Angriff: Samuel Chukwueze (Villarreal/ESP), Odion Ighalo (Shanghai Shenhua/CHN), Alex Iwobi (Arsenal/ENG), Samuel Kalu (Bordeaux/FRA), Ahmed Musa (Al Nassr/KSA), Paul Onuachu (Midtjyland/DEN), Henry Onyekuru (Galatasaray/TUR), Victor Osimhen (Royal Charleroi/BEL), Moses Simon (Levante/ESP)

Nach Jahren der Instabilität und Krise ist Nigeria wieder da und gehört zu den großen Favoriten auf den Titel. Das hat das westafrikanische Land dem deutschen Coach Gernot Rohr (65) zu verdanken. Als er 2016 den Trainerposten übernahm, herrschte rund um das Nationalteam Chaos. Rohr brachte wieder Disziplin und Ordnung rein und führte das Team zur WM in Russland. Dort schied Nigeria zwar wie alle afrikanischen Teams in der Vorrunde raus, machte seinen Fans mit couragierten Auftritten aber Hoffnung auf eine erfolgreiche nahe Zukunft. Nigeria schlug Island (2:0) und unterlag nur knapp Vizeweltmeister Argentinien um Lionel Messi (1:2). Es mag sein, dass die Westafrikaner nicht mehr die großen Individualisten haben wie früher Jay-jay Okocha, Rashidi Yekini oder Nwankwo Kanu und im Tor auch nicht mehr die „Katze“ Vincent Enyeama stehen, aber sie präsentieren sich wieder als eine echte Einheit. Das kann beim Afrika-Cup wichtiger sein als individuelle Qualität, wie die Vergangenheit öfters zeigte. Das letzte Turnier 2017 gewann Kamerun mit einer absoluten No-Name-Truppe. Ebenso Sambia 2012. Und Ägypten holte den Cup zwischen 2006 und 2010 sogar dreimal in Folge ohne Superstars von europäischen Topklubs. Die klangvollsten Name in Nigerias Team haben Ex-Chelsea-Akteur John Obi Mikel (aktuell Middlesbrough) und Angreifer Alex Iwobi (23) vom FC Arsenal. Bei den Londonern gehört Iwobi aber nicht zur ersten Garde. Weitere Schlüsselspieler sind Ex-Mainzer und Innenverteidiger Leon Balogun (30), Mittelfeldmotor Wilfred Ndidi (22) von Leicester City und Angreifer Odion Ighalo (29), der in China spielt.

Guinea



Tor: Aly Keita (Ostersunds/SWE), Ibrahima Kone (Pau/FRA), Naby Yattara(Excelsior/REU)
Verteidigung: Fode Camara (Ajaccio/FRA), Mikael Dyrestam (Xanthi/GRE), Simon Falette (Eintracht Frankfurt/GER), Julian Jeanvier (Brentford/ENG), Ernest Seka (Nancy/FRA), Ousmane Sidibe (Beziers/FRA), Issiaga Sylla (Toulouse/FRA), Baissama Sankoh (Caen/FRA)
Mittelfeld: Mady Camara (Olympiacos/GRE), Ibrahima Cisse (Fulham/ENG), Amadou Diawara (Napoli/ITA), Boubacar Fofana (Gaz Metan/ROM), Naby Keita (Liverpool/ENG)
Angriff: Sory Kaba (Dijon/FRA), François Kamano (Bordeaux/FRA), Jose Kante (Gimnastic Tarragona/ESP), Fode Koita (Kasimpasa/TUR), Ibrahima Traore (Borussia Moenchengladbach/GER),Mohamed Yattara (Auxerre/FRA), Idrissa Sylla (Zulte Waregem/BEL)

Guinea galt bei vielen Experten als einer der Geheimfavoriten beim AFCON 2019, die Westafrikaner spielten eine herausragende Qualifikation, schlugen unter anderem die Elfenbeinküste auswärts. Dann verletzte sich Anfang Mai aber der große Star der Teams, Naby Keita vom FC Liverpool. Dass der technisch-starke Mittelfeldspieler nach Ägypten mitreist, schien ausgeschlossen. Die Stimmung im Land war am Boden. Nun gibt es doch noch Hoffnung, dass Keita dabei sein wird. Sollte er es tatsächlich schaffen, könnte Guinea das Überraschungsteam des Turniers werden. Das Team, das vom Belgier Paul Put gecoacht wird, harmoniert auf dem Spielfeld prächtig. Neben Keita ragen Gladbachs Ibrahima Traore, Frankfurts Abwehrmann Simone Falette und der talentierte Angreifer Francois Kamano von Bordeaux heraus. 

Burundi

Tor: MacArthur Arakaza, Justin Ndikumana (beide Sofapaka/KEN), Jonathan Nahimana (Vital’O)
Verteidigung: Omar Moussa (Sofapaka/KEN), Christophe Nduwarugira (Uniao Madeira/POR), Omar Ngando (Kigali/RWA), Abdoul Karim Nizigiymana (Vipers/UGA), Frederic Nsabiyumva (Chippa Utd/RSA), David Nshimirimana (Mukura Victory/RWA)
Mittelfeld: Gael Bigirimana (vertragslos), Gael Duhayindavyi (Mukura Victory/RWA), Pierre Kwizera (Al-Orouba/OMA), Shassir Nahimana (Al-Mujazzal/KSA), Enock Nsabumukama (Zesco Utd/ZAM), Hussein Shabani (Coffee/ETH)
Angriff: Cedric Amissi (Al-Taawoun/KSA), Mohamed Amissi (NAC Breda/NED), Saido Berahino (Stoke City/ENG), Elvis Kasomba (Melbourne Victory/AUS), Laudit Mavugo (Napsa Stars/ZAM), Francis Mustafa (Gor Mahia/KEN), Selemani Yamini Ndikumana (Al-Adalh/KSA), Fiston Abdoul Razak (JS Kabylie/ALG)

Zum überhaupt allerersten Mal ist Burundi, eines der ärmsten Länder der Welt, beim Afrika-Cup dabei. Die Qualifikation löste im gesamten Land einen Ausnahmezustand aus. Menschen feierten und tanzten ausgelassen auf den Straßen. Dann folgte wenige Monate später der Schock: Verbandspräsident Revien Ndikuriyo teilte der Öffentlichkeit mit, dass das Budget des Nationalteams nicht ausreiche, um am Afrika-Cup mitzumachen. Er bat um Spenden, damit das Sommermärchen nicht doch noch ins Wasser fällt. Die Geschichte ging gut aus. Es fand sich genügend finanzielle Unterstützung, sodass Burundi in Ägypten auflaufen wird.
Jedes der drei Gruppenspiele wird sich für die Ostafrikaner anfühlen wie ein Finale und das Land wieder in einen Ausnahmezustand versetzen. Größter Hoffnungsträger ist Saido Berahino. Er absolvierte in der Premier League für Stoke City und West Bromwich Albion insgesamt 133 Spiele. Der Rest der Mannschaft spielt in Fußball-Entwicklungsländern wie Uganda, Südafrika, Saudi-Arabien, Australien oder Schottland.

Madagaskar

Tor: Melvin Andrien (Martigues/FRA), Ibrahima Dabo (Gobelins/FRA), Jean Randrianasolo (CNaPS Sport)
Verteidigung: Mamy Randrianarisoa, Pascal Razakanantenaina (both St Pierroise/REU), Dimitry Caloin (Les Herbiers/FRA), Thomas Fontaine (Reims/FRA), Romain Metanire (Minnesota Utd/USA),Jerome Mombris (Grenoble/FRA), Jeremy Morel (Lyon/FRA), Toaviina Rambeloson(Arras/FRA)
Mittelfeld: Ibrahim Amada (Mouloudia Alger/ALG), Anicet Andrianantenaina (Ludogorets/BUL),Andriamiraldo Andrianarimanana (Kaizer Chiefs/RSA), Marco Ilaimaharitra (Charleroi/BEL), Lalaina Nomenjanahary (Paris FC/FRA), Jean Rakotoarisoa (Fosa Juniors), Rayan Raveloson (Troyes/FRA)
Angriff: Charles Andriamahitsinoro (Al Aldalh/KSA), Faneva Andriatsima (Clermont/FRA), William Gros (Vitre/FRA), Tsilavina Njiva (Samut Sakhon/THA), Paulin Voavy (Misr Lel Makasa/EGY)

Wie Burundi ist auch Madagaskar erstmals beim Afrika-Cup dabei. Am 27. Juni kommt es zum Duell der beiden Debütanten. Und der Sieger darf sogar vom Weiterkommen träumen, denn da erstmals 24 Teams dabei sind, ziehen auch die besten vier Gruppendritten ins Achtelfinale ein. Ein Sieg könnte dafür schon ausreichen. Die Madagassen gehen als Favorit in dieses Duell, sie haben mehr Qualität im Team als Burundi. Mehrere Spieler stehen in Frankreich unter Vertrag. Der bekannteste Name ist Routinier Jeremy Morel (35) von Olympique Lyon. Dabei debütierte der Abwehrmann erst im letzten November für das Nationalteam, als abzusehen war, dass sich Madagaskar, das Land seines Vaters, tatsächlich erstmals für den Afrika-Cup qualifizieren wird. Wäre die Qualifikation nicht in Aussicht gewesen, hätte Morel wohl nie für den Inselstaat debütiert.

Gruppe C:

Algerien


Tor: Azzedine Doukha (Al Raed/KSA), Rais M’Bolhi (El Etifaq/KSA), Alexandre Oukidja (Metz/FRA)
Verteidigung: Ramy Bensebaini, Mehdi Zeffane (both Rennes/FRA), Youcef Atal (Nice/FRA), Djamel Benlamri (Al Shabab/KSA), Mohamed Fares (SPAL/ITA), Rafik Halliche (Moreirense/POR), Aissa Mandi (Real Betis/ESP), Mehdi Tahrat (Lens/FRA)
Mittelfeld: Mehdi Abeid (Dijon/FRA), Ismail Bennacer (Empoli/ITA), Hicham Boudaoui (Paradou), Sofiane Feghouli (Galatasaray/TUR), Adlene Guedioura (Nottingham Forest/ENG)
Angriff: Youcef Belaili (Esperance/TUN), Yacine Brahimi (Porto/POR), Baghdad Bounedjah (Al Sadd/QAT), Riyad Mahrez (Manchester City/ENG), Adam Ounas (Napoli/ITA), Islam Slimani (Fenerbahce/TUR)

Die Wüstenfüchse gehören auf dem Papier anders als bei den letzten Turnieren nicht zum engen Kreis der Favoriten. Das liegt daran, dass drei absolute Führungsspieler verletzt fehlen, nämlich Hoffenheims Angreifer Ishak Belfodil, der in der abgelaufenen Saison 16 Tore in der Bundesliga erzielte, Linksverteidiger Faouzi Ghoulam vom SSC Neapel und Schalkes Nabil Bentaleb. Zudem hinterließ Algerien in den letzten zwei Jahren keinen wirklich gefestigten Eindruck. Die WM 2018 verpassten die Nordafrikaner, in der Qualifikation zum Afrika-Cup kam man zweimal nicht über ein Unentschieden gegen Underdog Gambia hinaus und unterlag zudem dem Benin. Mit Citys Ryad Mahrez, Galatasarays Sofiane Feghouli und Portos Yacine Brahimi sowie Innenverteidiger Aissa Mandi hat Algerien aber noch immer reichlich Qualität, um als Geheimfavorit zu gelten. Hat man ein wenig Glück und geht in der K.o.-Runde den ganz großen Brocken zunächst aus dem Weg, ist das Halbfinale durchaus drin. Und ab da ist ja bekanntlich alles möglich.

Senegal

Tor: Abdoulaye Diallo (Rennes/FRA), Alfred Gomis (SPAL/ITA), Edouard Mendy (Reims/FRA)
Verteidigung: Saliou Ciss (Valenciennes/FRA), Pape Abdou Cisse (Olympiacos/GRE), Lamine Gassama (Goztepe/TUR), Kalidou Koulibaly (Napoli/ITA), Cheikhou Kouyate (Crystal Palace/ENG), Youssouf Sabaly (Bordeaux/FRA), Salif Sane (Schalke/GER), Moussa Wague (Barcelona/ESP)
Mittelfeld: Keprin Diatta (Club Brugge/BEL), Idrissa Gana Gueye (Everton/ENG), Alfred Ndiaye (Malaga/ESP), Badou Ndiaye (Galatasaray/TUR), Henri Saivet (Bursaspor/TUR)
Angriff: Keita Balde (Inter/ITA), Mbaye Diagne (Galatasaray/TUR), Moussa Konate (Amiens/FRA),Sadio Mane (Liverpool/ENG), Mbaye Niang (Rennes/FRA), Ismaila Sarr (Rennes/FRA), Sada Thioub (Nimes/FRA)

Der Senegal war bei der WM in Russland für viele neutrale Fans der Weltmeister der Herzen. Auf den Rängen punkteten die Westafrikaner mit kunterbunten Kostümen und Musik. Auf dem grünen Rasen hinterließen sie von allen fünf afrikanischen Teams den mit Abstand besten Eindruck, holten in einer Gruppe mit Japan, Kolumbien und Polen vier Punkte und schieden nur wegen der schlechteren Fair-Play-Punktzahl gegenüber den Asiaten aus, was vielen neutralen Zuschauern sehr leid tat. Beim Afrika-Cup ist der Senegal dementsprechend einer der Favoriten. Das Team ist gespickt mit hochtalentierten Spielern. Linksaußen Sadio Mané (27) vom Champions-League-Sieger Liverpool verkörpert weltklasse. Seine Dribblings und Antritte sind eine Klasse für sich. Vor dem Tor ist er eiskalt. Unterstützt wird er in der Offensive vom hochtalentierten Ismaila Sarr (21) und M’baye Niang (24), die beide vor wenigen Wochen mit ihrem Klub Rennes das große PSG um Neymar und Mbappé im französischen Pokalfinale bezwangen. An Sarr sind viele europäische Topklubs interessiert. Gefüttert werden sie von Mittelfeldmann Idrissa Gueye (29), seit Jahren eine Konstante beim FC Everton in der Premier League. Auch in der Defensive hat der Senegal viel Qualität. Kalidou Koulibaly (27) vom SSC Neapel gilt als einer der besten Innenverteidiger Europas. Salif Sané (28) spielte zwar eine unglückliche Saison mit Schalke, hat aber ebenfalls reichlich Qualität und Klasse. Den Titel konnte der Senegal noch nie gewinnen. Das beste Ergebnis war bis dato die Finalteilnahme 2002. Nun scheint das Land für den Pokal bereit wie nie.

Tansania

Tor: Aron Kalambo (Prisons), Aishi Manula (Simba), Metacha Mnata (Mbao)
Verteidigung:  Mohammed Hussein, Erasto Nyoni (both Simba), Gardiel Michael, Kelvin Yondan (beide Young Africans), Aggrey Morris (Azam), Ally Mtoni (Lipuli), Vincent Philipo (Mbao), Hassan Ramadhan (Nkana/ZAM)
Mittelfeld: Frank Domayo, Mudathir Yahya (beide Azam), Himid Mao (Petrojet/EGY), Simon Msuva (Difaa el Jadidi/MAR), Farid Mussa (Tenerife/ESP), Feisal Salum (Young Africans)
Angriff: John Bocco (Simba), Rashid Mandawa (Defence Force/BOT), Abdi Yussuf Mussa (Blackpool/ENG), Mbwana Samatta (Genk/BEL), Thomas Ulimwengu (Saoura/ALG), Yahya Zayd (Ismaily/EGY)

Tansania hat mit einer Bevölkerung von 57 Millionen die fünftgrößte Einwohnerzahl Afrikas. Doch im Fußball ist das ostafrikanische Land wahrlich keine Macht. Erst zum zweiten Mal überhaupt ist Tansania beim Afrika-Cup dabei. Bei der ersten Teilnahme 1980 flogen die „Taifa Stars“ in der Vorrunde als Gruppenletzter ohne Sieg raus. Dieses Mal droht ein ähnliches Schicksal. Zu niedrig ist die Qualität im Team. Die meisten Spieler stehen in der heimischen Liga, die selbst in Afrika als zweitklassig gilt, unter Vertrag. Zudem finden sich Spieler aus der fünften englischen und der dritten spanischen Liga. Einziger Akteur, der die große Fußballbühne etwas kennt, ist Angreifer Mbwana Samatta. Er spielt beim belgischen Topklub KRC Genk, spielt regelmäßig in der Europa League. In der abgelaufenen Saison erzielte Samatta wettbewerbsübergreifend beachtliche 32 Treffer. Er alleine wird beim Afrika-Cup aber nicht ausreichen, zumal Tansania mit Algerien und Senegal zwei absolute Brocken in der Gruppe hat. Selbst gegen Kenia ist man Außenseiter.

Kenia

Tor: Patrick Matasi (St George/ETH), John Oyemba (Kariobangi Sharks), Faruk Shikalo (Bandari)
Verteidigung: Joash Onyango, Philemon Otieno (beide Gor Mahia), Musa Mohammed (Nkana/ZAM), Bernard Ochieng (Vihiga Utd), Joseph Okumu (Real Monarchs/USA), Abud Omar (Sfantu Gheorghe/BUL), Eric Ouma (Vasalunds/SWE), David Owino (Zesco Utd/ZAM)
Mittelfeld: Ismael Gonzalez (Las Palmas Atletico/ESP), Erick Johanna (Brommapojkarna/SWE), Francis Kahata (Gor), Ovella Ochieng (Vasalunds/SWE), Dennis Odhiambo (Thika Utd), Johanna Omollo (Cercle Bruges/BEL), Ayub Timbe (Beijing Renhe/CHN), Victor Wanyama Tottenham/ENG), Paul Were (AFC Leopards)
Angriff: John Avire (Sofapaka), Masoud Juma (vertragslos), Michael Olunga (Kashiwa Reysol/CHN)

Laut Transfermarkt.de hat Kenia einen Kaderwert von rund 29 Millionen Euro, belegt damit Platz 14 unter den 24 Afrika-Cup-Teilnehmern. Davon macht das meiste aber alleine Victor Wanyama vom Champions-League-Finalisten Tottenham mit einem Marktwert von 25 Millionen Euro aus. Der zentrale Mittelfeldspieler ist die entscheidende Figur und der große Hoffnungsträger der Kenianer. Der Rest des Teams kennt die große Fußballbühne nicht. Dennoch haben die Ostafrikaner das Zeug, ein unangenehmer Gegner für die Schwergewichte Algerien und Senegal zu sein. Schon in der Qualifikation gelang Kenia ein Sieg gegen Ghana. Große Stärke des Teams ist die stabile Defensive. Mehr als das Achtelfinale dürfte es aber nicht werden.

Gruppe D:

Marokko


Tor: Yassine Bounou (Girona/ESP), Mounir el Kajoui (Malaga/ESP), Reda Tagnaouti (Wydad Casablanca)
Verteidigung: Yunis Abdelhamid (Reims/FRA), Medhi Benatia (Al-Duhail/QAT), Manuel da Costa (Al Ittihad/KSA), Nabil Dirar (Fenerbahce/TUR), Achraf Hakimi (Borussia Dortmund/GER), Noussair Mazraoui (Ajax/NED), Romain Saiss (Wolves/ENG)
Mittelfeld: Karim el Ahmadi (Ittihad/KSA), Younes Belhanda (Galatasaray/TUR), Youssef Ait Bennasser (Saint-Etienne/FRA), Mehdi Bourabia (Sassuolo/ITA), Mbark Boussoufa (Al Shabab/KSA), Faycal Fajr (Caen/FRA)
Angriff: Nordin Amrabat, Abderrazak Hamdallah (both Al Nassr/KSA), Sofiane Boufal (Celta Vigo/ESP), Khalid Boutaib (Zamalek/EGY), Osama Idrissi (Alkmaar/NED), Youssef En-Nesyri (Leganes/ESP), Hakim Ziyech (Ajax/NED)

Marokkos französischer Nationalcoach Hervé Renard (50) hat den Afrika-Cup bereits zweimal gewonnen. 2012 mit Sambia, was eine absolute Sensation war, und 2015 mit der Elfenbeinküste. Renard weiß also genau, was es für den Gewinn des Kontinentaltitels braucht. Und in Marokko ist die Sehnsucht nach dem Pokal groß. Die Nordafrikaner haben den Afrika-Cup erst einmal gewonnen und das ist schon 43 Jahre her. 1976 wurde der Titel in Äthiopien geholt. Dass die Chancen auf den zweiten Triumph dieses Jahr groß sind, liegt gleichwohl nicht nur an Renard sondern auch an sehr viel Qualität im Kader. Achraf Hakimi (20) vom Bvb gilt weltweit als eines der größten Talente auf der Außenverteidigerposition. Hakim Ziyech (26) war einer der überragenden Akteure beim sensationellen Siegeszug von Ajax Amsterdam in der Champions League. Ihn jagen nun die ganz großen europäischen Topklubs. Ebenso die Schuhe für Ajax schürt der junge Rechtsverteidiger Noussair Mazraoui (21), eine der Neuentdeckungen der Saison. Abwehrchef Medhi Benatia (32) spielte bei Juventus und bei Bayern, hat riesige internationale Erfahrung. Auch Younès Belhanda (29), Karim El Ahmadi (34), Schalkes Amine Harit und Nordin Amrabat (32) kennen die große Fußballbühne, liefen alle schon in der Champions League auf.
Wie viel Potenzial diese Mannschaft hat, stellte Marokko letzten Sommer bei der WM in Russland unter Beweis. Zwar flog man in der Vorrunde raus, lieferte gegen die beiden Schwergewichte Spanien (1:1) und Portugal (0:1) aber beachtliche Leistungen ab, hatte beide am Rande einer Niederlage. Der Titel ist für die „Löwen vom Atlas“ definitiv drin.

Elfenbeinküste


Tor: Sylvain Gbohouo (TP Mazembe/COD), Tape Ira (San Pedro), Ali Badra (Free State Stars/RSA)
Verteidigung: Serge Aurier (Tottenham/ENG), Mamadou Bagayoko (Red Star/FRA), Cheikh Comara (Wydad Casablanca/MAR), Wonlo Coulibaly (ASEC Mimosas), Souleymane Doumbia (Rennes/FRA), Wilfried Kanon (ADO The Hague/NED), Ismaël Traore (Angers/FRA)
Mittelfeld: Victorian Angban (Metz/FRA), Serey Die (Neuchatel Xamax/SUI), Jean-Philippe Gbamin (Mainz/GER), Franck Kessie (AC Milan/ITA), Ibrahim Sangare (Toulouse/FRA), Jean-Michaël Seri (Fulham/ENG)
Angriff: Roger Assale (Young Boys Bern/SUI), Wilfried Bony (vertragslos), Maxwel Cornet (Lyon/FRA), Max-Alain Gradel (Toulouse/FRA), Jonathan Kodjia (Aston Villa/ENG), Nicolas Pepe (Lille/FRA), Wilfried Zaha (Crystal Palace/ENG)

Nach dem Titelgewinn 2015 gab es in der Mannschaft einen großen Umbruch. Die letzten aus der „goldenen Generation“ um Drogba und die Touré-Brüder traten ab, es brauchte Zeit bis sich neue Führungsspieler herauskristallisierten. So flog die Elfenbeinküste beim letzten Afrika-Cup schon in der Vorrunde raus und verpasste auch die WM in Russland. Nun ist der Umbruch vollendet und die Ivorer wieder einer der heißesten Anwärter auf den Titel. Das Team ist jung, hungrig und mit viel Talent gesegnet. Außenstürmer Nicolas Pépé (24) vom OSC Lille ist einer der gefragtesten Spieler auf dem Transfermarkt. Topklubs, unter anderem auch der FC Bayern, jagen den schnellen und abschlussstarken Angreifer. Sein Sturmpartner Wilfried Zaha (26) von Crystal Palace ist einer der am meisten unterschätzen Spieler der englischen Premier League, trifft dort seit Jahren konstant. Mittelfeldmotor Franck Kessié (22) ist Stammspieler beim AC Mailand. An seiner Seite agiert Jean-Phillipe Gbamin (23) von Mainz, der ebenfalls bereits von großen Klubs beobachtet wird. Hinten Rechts hat die Elfenbeinküste mit Serge Aurier (26) von Champions-League-Finalist Tottenham internationale Qualität. Auf der Trainerbank sitzt mit Ibrahim Kamara (53) ein einheimischer Coach. Immer mehr afrikanische Länder vertrauen einheimischen Trainern. Es ist ein Trend zu erkennen. Früher coachten überwiegend Europäer afrikanische Nationalteams. Das ist nun anders und sehr positiv zu betrachten.

Namibia

Tor: Loydt Kazapua (Maccabi/RSA), Maximilian Mbaeva (Golden Arrows/RSA), Ratanda Mbazuvara (African Stars)
Verteidigung: Ananias Gebhardt (Baroka/RSA), Charles Hambira (Tura Magic), Riaan Hanamub (Jomo Cosmos/RSA), Danzil Haoseb (Highlands Park/RSA), Ivan Kamberipa (African Stars), Ryan Nyambe (Blackburn Rovers/ENG)
Mittelfeld: Ronald Ketjijere, Marcel Papama (both African Stars), Willy Stephanus, Petrus Shitembi (both Lusaka Dynamos/ZAM), Dynamo Fredericks (Black Africa), Larry Horaeb (Tura Magic), Deon Hotto (Bidvest Wits/RSA), Absalom Iimbondi (United Africa Tigers), Joslyn Kamatuka (Cape Umoya Utd/RSA)
Angriff: Isaskar Gurirab (Life Fighters), Iitamunua Keimuine (Dire Dawa City/ETH), Peter Shalulile (Highlands Park/RSA), Benson Shilongo (Ismaily/EGY), Manfred Starke (Jena/GER)

Er wird beim Afrika-Cup besonders auffallen: Namibias Angreifer Manfred Starke ist aus afrikanischer Sicht ein echter Paradiesvogel. Er ist nämlich weiß. Starke wurde in Namibia als Sohn eines deutschnamibianers und einer Niederländerin geboren, stammt aus der Jugend von Hansa Rostock und läuft aktuell in der 3. Liga für Carl Zeiss Jena auf. Öfters als dreimal wird er auf dem Feld aber wohl nicht zu sehen sein, Namibia ist einer der größten Außenseiter des Turniers. Bei der Hammergruppe mit Marokko, der Elfenbeinküste und Südafrika wäre alles andere als das Vorrundenaus eine große Überraschung. Insgesamt ist es für Namibia nach 1994 und 2008 (beide Male Vorrundenaus) die dritte Teilnahme beim Afrika-Cup.

Südafrika

Tor: Bruce Bvuma (Kaizer Chiefs), Darren Keet (Bidvest Wits), Ronwen Williams (SuperSport Utd)
Verteidigung: Sifiso Hlanti, Thulani Hlatshwayo, Buhle Mkhwanazi (alle Wits), Daniel Cardoso, Ramahlwe Mphahlele (beide Chiefs), Innocent Maela (Orlando Pirates), Thamsanqa Mkhize (Cape Town City)
Mittelfeld: Hlompho Kekana, Tiyani Mabunda, Themba Zwane (alle Mamelodi Sundowns), Dean Furman (SuperSport), Thembinkosi Lorch (Pirates), Kamohelo Mokotjo (Brentford/ENG), Thulani Serero (Vitesse Arnhem/NED), Bongani Zungu (Amiens/FRA)
Angriff: Lebogang Maboe, Sibusiso Vilakazi (beide Sundowns), Lebo Mothiba (Strasbourg/FRA), Percy Tau (Royal Union St Gilloise/BEL), Lars Veldwijk (Sparta Rotterdam/NED)

Die glorreichen Zeiten, in denen Südafrika zu den ganz großen Teams Afrikas zählte, sind längst vorbei. Seit mehr als einem Jahrzehnt ist man nur noch unteres Mittelmaß. Im Kader fehlt es deutlich an Qualität. Der größte Hoffnungsträger ist Angreifer Lebo Mothiba vom französischen Mittelfeldklub Straßburg. Das Überstehen der Vorrunde wäre für „Bafana Bafana“ schon ein großer Erfolg. Schon gewusst: Bis 1994 war Südafrika wegen des Apartheidregimes, das die schwarze Bevölkerung diskriminierte, von der CAF ausgeschlossen. Erstmals am Afrika-Cup nahm man 1996 teil und holte sofort den Titel. Es ist bis heute der einzige. Ein zweiter wird in Ägypten nicht hinzukommen.

 Gruppe E:

Tunesien

Tor: Moez Ben Cherifia (Esperance), Moez Hassen (Nice/FRA), Farouk Ben Mustapha (Al Shabab/KSA)
Verteidigung: Karim Aouadi, Wajdi Kechrida (beide Etoile Sahel), Rami Bedoui (Al Feiha/KSA), Dylan Bronn (La Gantoise/BEL), Mohamed Drager (Paderborn/GER), Oussema Haddadi (Ettifaq/KSA), Nassim Hnid (Sfaxien), Yassine Meriah (Olympiacos/GRE), Ayman Ben Mohamed (Esperance)
Mittelfeld: Ghaylen Chaalali (Esperance), Mark Lamti (Bayer Leverkusen/GER), Youssef Msakni (Eupen/BEL), Ferjani Sassi (Zamalek/EGY), Ellyes Skhiri (Montpellier/FRA), Naim Sliti (Dijon/FRA), Bassem Srarfi (Nice/FRA)
Angriff: Anice Badri, Taha Yassine Khenissi (beide Esperance), Firas Chaouat (Sfaxien), Wahbi Khazri (Saint-Etienne/FRA)

Die Nordafrikaner waren in den letzten 25 Jahren die stabilste und konstanteste Mannschaft des Kontinents. Seit 1994 verpasste Tunesien keinen einzigen Afrika-Cup, das schaffte weder Ägypten, Ghana, Kamerun noch Nigeria, die Elfenbeinküste, Marokko, Algerien oder der Senegal. Zudem qualifizierten sich die „Adler von Karthago“ in dieser Zeit viermal für eine WM. Für große Schlagzeilen sorgte Tunesien in diesen 25 Jahren aber nur selten. Die Vorrunde konnte man bei einer WM kein einziges Mal überstehen. Beim Afrika-Cup erreichte Tunesien seit 1994 bei dreizehn Turnieren nur dreimal das Halbfinale. Der Triumph beim Heim-Turnier 2004 war der einzige wirklich große und denkwürdige Erfolg. Seitdem kam man nie über das Viertelfinale hinaus. Das ganze Land sehnt sich seit Jahren danach, in Afrika wieder bei den ganz Großen mitzumischen. Klappt dies vielleicht beim diesjährigen Afrika-Cup? Die Chancen stehen nicht schlecht. Bei der WM in Russland scheiterte Tunesien zwar schon in der Vorrunde, hinterließ aber einen guten Eindruck, holte gegen Panama (2:1) den ersten WM-Sieg seit 1978 und spielte gegen die Schwergewichte England (1:2) und Belgien (2:5) mutig mit. Coach Nabil Maaloul trat nach dem Turnier zwar zurück, doch mit dem Franzosen Alain Giresse fand sich ein guter Ersatz. Giresse trainierte in Afrika bereits den Gabun, Mali und Senegal. Tunesien ist ein eingeschworenes und zugleich technisch-starkes Team. Mit Wahbi Khazri vom AS Saint-Etienne, der bei der WM der überragende Spieler der Nordafrikaner war und in der letzten Saison in der Ligue 1 für Furore sorgte, sowie dem mit viel Talent gesegneten Youssef Msakni (KAS Eupen) besitzt Tunesien zwei Spieler, die jederzeit den Unterschied ausmachen können. Tunesien ist es dieses Mal zuzutrauen, um den Titel mitzuspielen.

Mali

Erweiterter Kader

Tor: Djigui Diarra (Malian Stadium of Bamako), Mamadou Samassa (Troyes, FRA), Adama Keita (Djoliba).
Verteidigung:  Molla Wague (Nottingham ENG), Hamari Traore (Rennes, FRA), Falaye Sacko (Vitoria Guimares, POR), Massadio Haidara (Lens, FRA), Youssouf Kone (Lille, FRA), Mamadou Fofana ( FC Metz, FRA), Boubacar Kiki Kouyate (Troyes, FRA)
Mittelfeld:  Diadie Samassekou (Rb Salzburg, AUS), Amadou Haidara (RB Leipzig, GER) Cheick Doucoure (Lens, FRA), Yves Bissouma (Brighton, ENG), Lassana Coulibaly (Glasgow Rangers, SCO) , Adama Traore (Cercle de Bruges, BEL), Souleymane Diarra (Lens, FRA), Idrissa Traore (Shabab Al Jabal, LIB).
Angriff: Moussa Djenepo (Standard Liege, BEL), Moussa Doumbia (Reims Stadium, FRA), Abdoulaye Diaby (Sporting CP, POR), Moussa Marga (FC Porto, POR), Kalifa Coulibaly (Nantes, France), Hadi Sacko (Ankaragucu, TUR), Adama Niane (Charleroi, BEL), Adama Traore (Orleans, FRA), Sekou Koita (Wolfsberg, AUS).

Die Westafrikaner sind eine Mannschaft, der jedes Team gerne aus dem Weg gehen würde. Mali gilt jeher seit sehr unangenehmer Gegner, immer zäh, nie leicht zu schlagen. 2012 und 2013 holte das Land jeweils den dritten Platz. 2015 schied man zwar in der Vorrunde aus, jedoch ungeschlagen und erst durch Losentscheid. Beim letzten Afrika-Cup 2017 war ebenfalls in der Vorrunde Schluss, trotz nur einer Niederlage und einem Unentschieden gegen den späteren Finalisten Ägypten. Auch bei diesem Turnier wird Mali es den Gegnern wieder schwer machen, zumal der Kader so stark ist wie schon lange nicht mehr. Im Mittelfeld besitzt man mit Leipzigs Amadou Haidara und Salzburgs Diadie Samassekou zwei Juwele, beide werden bereits mit Liverpools Naby Keita verglichen. Im Angriff spielt Sturmbulle Moussa Marega vom FC Porto. Den Titel wird Mali höchstwahrscheinlich nicht holen, aber das Team hat das Potenzial, den ein oder anderen Favoriten zu Fall zu bringen.

Angola

Tor: Toni Cabaca (Primeiro Agosto), Landu (InterClube), Ndulu (Desportivo Huíla)
Verteidigung: Isaac, Dani Massunguna, Paizo (all Agosto), Edy Afonso, Wilson (beide Petro Luanda), Bastos (Lazio/ITA), Jonathan Buatu (Rio Ave/POR), Bruno Gaspar (Sporting/POR)
Mittelfeld: Macaia, Show (both Agosto), Djalma Campos (Alanyaspor/TUR), Stelvio Cruz (Dudelange/LUX), Freddy (Antalyaspor/TUR), Geraldo (Al Ahly/EGY), Herenilson (Petro)
Angriff: Evandro Brandao (Leixoes/POR), Gelson Dala (Rio Ave/POR), Wilson Eduardo (Braga/POR), Mateus Galiano (Boavista/POR), Mabululo (Agosto)

Höhepunkt in der Geschichte des angolanischen Fußballs war die Qualifikation für die WM 2006 in Deutschland. Dort flogen die Schwarzen Impalas zwar in der Vorrunde raus, erarbeiteten sich mit drei starken Auftritten – eine knappe 0:1-Niederlage gegen Portugal, ein 0:0 gegen Mexiko und ein 1:1 gegen den Iran – aber viel Respekt in der Fußballwelt. Bei den darauffolgenden zwei Afrika-Cups (2008, 2010) erreichte Angola das Viertelfinale. Danach ging es aber stetig bergab. Für die letzten beiden Afrika-Cups konnte man sich nicht einmal mehr qualifizieren. Nun will Angola wieder neu angreifen. Und die Mannschaft hat durchaus das Zeug, wiedermal positive Schlagzeilen zu schreiben. Mit Verteidiger Jonás Ramalho von Girona, Rechtsverteidiger Bruno Gaspar von Sporting Lissabon und Angreifer Wilson Eduardo, der in der portugiesischen Liga für Braga in der letzten Saison 13 Ligatreffer erzielte, wurden pünktlich zum Turnier drei etablierte Spieler eingebürgert. Sie alle wurden in Europa geboren, haben aber angolanische Wurzeln. Zudem hat man mit Innenverteiger Bastos von Lazio Rom einen Akteur, der in einer der vier Topligen Europas spielt. Rechtsaußen Djalma (32) ist der Anführer. Er war schon beim Afrika-Cup 2010 dabei.

Mauretanien

Tor: Souleimane Brahim (Nouadhibou), Namori Diaw (Kedia), Babacar Diop (Police)
Verteidigung: Aly Abeid (Alcorcon/ESP), Abdoul Ba (Auxerre/FRA), Diadie Diarra (Sedan/FRA), El Mostapha Diaw (Nouakchott Kings), Bakary Ndiaye (Difaa el Jadida/MAR), Sally Sarr (Servette/SUI), Harouna Sy (Grenoble/FRA), Abdoul Kader Thiam (Orleans/FRA)
Mittelfeld: Khassa Camara (Xanthi/GRE), Ibrehima Coulibaly (Grenoble/FRA), Alassane Diop (Hajer/KSA), Abdoulaye Gaye (Nouadhibou), Dialo Guidileye (Elazigspor/TUR), El Hacen el Id (Real Valladolid/ESP). Mohamed Dellah Yali (Tadjenanet/ALG)
Angriff: Souleymane Anne (Aurillac Arpajon/FRA), Adama Ba (Giresunspor/TUR), Ismael Diakhite (Tataouine/TUN), Moulaye Ahmed Khalil (Gabes/TUN), Hemeya Tanjy (Nouadhibou)

Mauretanien ist neben Burundi und Madagaskar einer der drei Debütanten beim diesjährigen Afrika-Cup. Das Land im Nordwesten des Kontinents ist eines der geheimnisvollsten Afrikas. Mit einer Fläche von gut einer Millionen Quadratkilometern ist Mauretanien fast dreimal so groß wie Deutschland, hat aber nur 4,4 Millionen Einwohner, da die meisten Gebiete unbelebbare Wüste sind. Die Bevölkerung der islamischen Republik ist sehr heterogen, setzt sich aus Schwarzafrikanern, Berbern und Arabern zusammen. Menschenrechtsorganisationen berichten, dass es in Mauretanien noch immer Sklavenhaltung gibt, auch wenn diese 2007 staatlich verboten wurde. Es ist ein Land, in das sich nur sehr wenige Touristen verirren. Umso interessanter wird es sein, Mauretanien beim ersten Afrika-Cup-Auftritt zu beobachten. Fast alle Spieler im Kader stehen im Ausland unter Vertrag, die meisten in anderen afrikanischen Ländern oder in unterklassigen europäischen Ligen wie Abwehrchef Abdoul Ba, der bei AJ Auxerre in der zweiten französischen Liga spielt, oder Aly Abeid vom spanischen Zweitligisten Alcoron.

Gruppe F:

Ghana

Tor: Felix Annan (Asante Kotoko), Lawrence Ati-Zigi (Sochaux/FRA), Richard Ofori (Maritzburg Utd/RSA)
Verteidigung:  Lumor Agbenyenu (Goztepe/TUR), Joseph Aidoo (Genk/BEL), Joseph Attamah (Basaksehir/TUR), John Boye (Metz/FRA), Jonathan Mensah (Columbus Crew/USA), Kassim Nuhu (Hoffenheim/GER), Abdul Baba Rahman (Reims/FRA), Andy Yiadom (Reading/ENG)
Mittelfeld: Afriyie Acquah (Empoli/ITA), Thomas Agyepong (Hibernian/SCO), Kwadwo Asamoah (Inter/ITA), Christian Atsu (Newcastle Utd/ENG), Andre Ayew (Fenerbahce/TUR), Samuel Owusu (Cukaricki/SRB), Thomas Partey (Atletico Madrid/ESP), Mubarak Wakaso (Deportivo Alaves/ESP)
Angriff: Jordan Ayew (Crystal Palace/ENG), Caleb Ekuban (Trabzonspor/TUR), Asamoah Gyan (Kayserispor/TUR), Kwabena Owusu (Leganes/ESP)

Der letzte Titelgewinn ist Sage und schreibe 37 Jahre her. Eine Ewigkeit für ein solches Schwergewicht wie Ghana, das immer über viel individuelle Qualität verfügt. Die letzten drei Endspiele wurden alle verloren (2015, 2010, 1992). Und auch dieses Jahr dürfte es mit dem Titel schwer werden. Teams wie Gastgeber Ägypten, Senegal, Marokko, Nigeria oder die Elfenbeinküste scheinen weiter. „Die Black Stars“ konnten sich 2014 nicht für die WM in Russland qualifizieren und hinterließen auch in der Qualifikation für den AFCON 2019 nicht den souveränsten Eindruck, unterlagen unter anderem Kenia mit 0:1. Die Brüder Ayew, Asamoah Gyan sowie Kwadwo Asamoah von Inter Mailand haben ihren Zenit schon überschritten. Größter Hoffnungsträger ist Atletico Madrids Thomas. Doch er alleine wird es nicht richten können. Es wird vermutlich wieder nichts mit dem Titel für die Westafrikaner.

Kamerun

Tor: Carlos Kameni (Fenerbahce/TUR), Andre Onana (Ajax/NED), Fabrice Ondoa (Ostend/BEL)
Verteidigung: Ambroise Oyongo Bitolo (Montpellier/FRA), Gaetan Bong (Brighton/ENG), Collins Fai (Standard Liege/BEL), Jean Armel Kana-Biyik (Kayserispor/TUR), Michael Ngadeu-Ngadjui (Slavia Prague/CZE), Dawa Tchakonte (Mariupol/UKR), Banana Yaya (Panionios/GRE)
Mittelfeld: Andre-Frank Zambo Anguissa (Fulham/ENG), Arnaud Djoum (Hearts/SCO), Wilfrid Kaptoum (Betis Deportivo Balompie/ESP), Pierre Kunde Malong (Mainz/GER), Georges Mandjeck (Maccabi Haifa/ISR)
Angriff: Stephane Bahoken (Angers/FRA), Christian Bassogog (Henan/CHN), Olivier Boumal (Panionos/GRE), Eric-Maxim Choupo-Moting (PSG/FRA), Karl Toko Ekambi (Villareal/ESP), Clinton Njie (Marseille/FRA), Joel Tagueu (Maritimo/POR), Jacques Zoua (Astra/ROM)

Titelverteidiger Kamerun sollte eigentlich der Gastgebers des Afrika-Cup 2019 sein, dann wurde dem Land das Turnier aus Sicherheitsgründen entzogen. Im Westen herrscht ein bewaffneter Konflikt. Zudem soll die Infrastruktur in einem katastrophalen Zustand sein. Nun nimmt Kamerun als Gast beim AFCON 2019 teil. Einer der Titelfavoriten ist man nicht. Im Kader stehen einige Spieler aus den fünf Topligen Europas wie Pierre Kunde Malong von Mainz 05, Wlfried Kaptoum von Betis Sevilla, Zambo Aguissa von Fulham oder Angreifer Toto Ekambi von Villareal, zudem hat man mit Andre Onana von Ajax den wohl besten Torhüter Afrikas im Tor stehen. Insgesamt ist die Qualität in der Mannschaft aber deutlich niedriger als beispielsweise bei Senegal, Marokko, der Elfenbeinküste oder Nigeria. Aber: Beim letzten Turnier 2017 war Kamerun noch ein größerer Außenseiter und holte am Ende doch den Pokal. Die Chancen, dass dies erneut gelingt, sind nicht sonderlich hoch, stehen aber auch nicht bei Null.

Guinea-Bissau

Tor: Rui Dabo (Fabril/POR), Jonas Mendes (Academic Viseu/POR), Edimar Vieira Ca (UDIB)
Verteidigung: Mamadu Cande (Santa Clara/POR), Tomas Dabo (Riete/ITA), Marcelo Djalo (Fulham/ENG), Nanu Gomes (Maritimo/POR), Rudnilson Silva (Kaunas Zal/LTU), Eliseu Soares (Rio Ave/POR), Juary Soares (Mafra/POR)
Mittelfeld: Moreto Cassama (Reims/FRA), Judilson Gomes (Monaco/FRA), Joao Jaquite (Tondela/POR), Zezinho Lopes (Senica/SVK), Sori Mane (Cova Piedade/POR), Jorge Norgueira (Aves/POR)
Angriff: Mama Balde (Aves/POR), Romario Balde (Academica Coimbra/POR), Jorginho Intima (CSKA/BUL), Joseph Mendes (Ajaccio/FRA), Frederic Mendy (Vitoria Setubal/POR), Piqueti Silva (Al Shoula/KSA), Toni Silva (Al Ittihad/EGY)

Die meisten Spieler im Team sind in Portugal geboren und ausgebildet worden. Bis 1973 war Guinea-Bissau nämlich eine portugiesische Kolonie. Fußballspielen können die Jungs aus Guinea-Bissau also allemal, gilt die Jugendarbeit in Portugal doch als eine der besten in Europa. Dennoch gehört das Land eher zu den Außenseitern beim Afrika-Cup. Es ist nach 2017 erst die zweite Teilnahme am Kontinentalturnier. Die meisten Nationalspieler haben nie auf allerhöchstem Niveau gespielt. Bekanntester Spieler ist Mittelfeldmann Pelé. Er stand sogar schon beim AC Mailand Vertrag, konnte sich dort aber nicht durchsetzen. Die letzte Saison verbrachte er beim englischen Zweitligisten Preston North End, gehört aber eigentlich dem AS Monaco. Eigentlich könnte Guinea-Bissau deutlich stärker sein. Die Leipziger Bruma und Dayout Upamecano, Portos Mittelfeldabräumer Danilo Pereira und Angreifer Éder, der Portugal 2016 im EM-Finale gegen Gastgeber Frankreich zum Titel schoss, haben alle Wurzeln in Guinea-Buissau, entschieden sich aber alle für Portugal bzw. Frankreich (Upamecano).

Benin

Tor: Saturnin Allagbe (Niort/FRA), Fabien Farnolle (Yeni Malatyaspor/TUR), Cherif Dine Kakpo (Buffles Borgou)
Verteidigung: Khaled Adenon (Amiens/FRA), Moise Adilehou (Levadiakos/GRE), Seidou Baraze (Yzeure/FRA), Rodrigue Fassinou (ASPAC), Emmanuel Imorou (Caen/FRA), David Kiki (Red Star/FRA), Junior Salomon (Plateau Utd/NGR), Olivier Verdon (Sochaux/FRA)
Mittelfeld: Jordan Adeoti (Auxerre/FRA), Sessi D’Almeida (Yeovil/ENG), Rodrigue Kossi (Club Africain/TUN), Mama Seibou (Toulon/FRA), Stephane Sessegnon (Genclerbirligi/TUR), Anaane Tidjani (Ben Guerdane/TUN)
Angriff: Desire Azankpo (Senica/SVK), David Djigla (Niort/FRA), Jodel Dossou (Vaduz/LIE), Steve Mounie (Huddersfield/ENG), Mickael Pote (Adana Demirspor/TUR), Cebio Soukou (Hansa Rostock/GER)

Lange Zeit spielte der Benin im Fußball überhaupt keine Rolle, doch seit dem Jahrtausendwechsel haben die Westafrikaner eine tolle Entwicklung hingelegt. 2004 qualifizierte sich Benin erstmals für den Afrika-Cup, es folgten Teilnahmen 2008 und 2010. Das diesjährige Turnier in Ägypten ist bereits das vierte. Bislang war immer in der Vorrunde Schluss, jetzt wollen die Beniner den nächsten Schritt gehen und die Gruppenphase erstmals überstehen. Das wird gleichwohl ein schwieriges Unterfangen. Benin erwischte mit Ghana, Kamerun und Guinea-Bissau eine schwierige Gruppe, ist zumindest gegen erstere beiden Teams klarer Außenseiter. In der Qualifikation wurde mit einem 1:0-Sieg gegen Algerien aber schon bewiesen, dass man durchaus in der Lage ist, die Großen zu ärgern. Superstar des Teams ist Angreifer Steve Mounié. Er steht bei Premier-League-Absteiger Huddersfield unter Vertrag.