Marokko trauert: Dramatisches Achtelfinalaus gegen Benin




Es ist eine riesige Überraschung, wenn nicht sogar schon eine Sensation: Marokko, einer der Topfavoriten auf den Titel, ist im Achtelfinale an Benin gescheitert! Die Nordafrikaner verloren nach einem irren Spiel 2:4 im Elfmeterschießen. Der Unglücksrabe ist ausgerechnet der große Star des Teams: Hakim Ziyech von Ajax Amsterdam. In der Nachspielzeit der regulären Spielzeit (95. Minute) hatte er vom Elfmeterpunkt den Sieg auf dem Fuß gehabt, scheiterte aber am Pfosten. Benin überstand danach die Verlängerung und hatte im Elfmeterschießen schließlich die Nerven besser im Griff.
Aber der Reihe nach: Wie viele marokkanischen Fans bereits befürchtet hatten, taten sich die „Löwen vom Atlas“ gegen die tief- und kompakt stehenden Beniner äußerst schwer, schafften es in der ersten Halbzeit kaum für Gefahr zu sorgen. Kurz nach der Halbzeit (53. Minute) gab es die kalte Dusche. Moise Adilehou setzte sich bei einer Ecke gegen Marokkos Innenverteidiger da Costa durch und schoss zur überraschenden Führung für den Außenseiter an.
Auch nach dem Gegentor taten sich die Marokkaner weiterhin schwer, profitierten dann aber in der 75. Minute von einem katastrophalen Fehler von Benins Abwehrmann Adeoti, der kurz vor dem eigenen Strafraum den Ball leichtfertig gegen Boussoufa vertändelte. Der Mittelfeldspieler bediente En-Nesyri, der frei vor dem Tor die Nerven behielt und den Ausgleich besorgte. Als alle schon mit der Verlängerung rechneten, gab es plötzlich Strafstoß für die Marokkaner nach einem klaren Foul von Sessegnon an Hakimi. Superstar Ziyech schnappte sich den Ball und setzte ihn an den rechten Pfosten. Auch in der Verlängerung fiel Marokko nicht viel ein, obwohl man ab der 97. Minute sogar in Überzahl spielte. Khaled Adenon sah nach wiederholtem Meckerns die Gelb-Rote Karte.
Schließlich ging es ins Elfmeterschießen, in dem Sofiane Boufal (über das Tor) und En-Nesyri (Allagbé hält) für Marokko vergaben, während vier Beniner sicher verwandelten.
Das Achtelfinalaus ist ein riesiger Schock für Marokko. Die Nordafrikaner haben den Afrika-Cup schon seit 43 Jahren nicht mehr gewonnen und sich dieses Jahr sehr gute Chancen ausgerechnet. Nun ist schon nach dem Achtelfinale gegen den krassen Außenseiter Benin Schluss. Nach dem Spiel weinten Spieler und Fans. Das ganze Land dürfte sich im absoluten Schockzustand befinden. Für den Benin ist es hingegen der große Erfolg der Geschichte. Noch nie standen die Eichhörnchen unter den besten Acht Teams Afrikas.