Afrika Cup 2015

Austragungsort: Äquatorialguinea (17. Januar bis 8. Februar)

Sieger:  Elfenbeinküste (2. Titel)

Bester Spieler:  Christian Atsu (Ghana)

Torschützenkönig: Ahmed Akaichi ( Tunesien), André Ayew ( Ghana), Javier Balboa ( Äquatorialguinea), Thievy Bifouma ( Rep. Kongo), Dieumerci Mbokani ( DR. Kongo) alle 3 Tore

Jahrelang galt Didier Drogba mit seiner Elfenbeinküste als der große Favorit beim Afrika-Cup, doch immer wieder scheiterten die „Elefanten“ im letzten Moment, wie 2006 im Elfmeterschießen gegen Ägypten oder 2012 gegen Underdog Sambia. Nachdem es 2013 wieder nicht klappte, beendete Drogba seine Karriere im Nationalteam schließlich unvollendet. Kurios: Gleich beim ersten Turnier ohne ihn, 2015 in Äquatorialguinea, schnappte sich die Elfenbeinküste unter dem französischen Trainer Hervé Renard den langersehnten zweiten Titel. Nach zwei Unentschieden und einem knappen Sieg gegen Kamerun (1:0) in der Gruppenphase kam das Team, das von den routinierten Brüdern Touré angeführt wurde, in der K.o.-Phase so richtig in Fahrt, schlug Algerien, das bei der WM 2014 im Achtelfinale Deutschland erhebliche Schwierigkeiten bereitet hatte und im Halbfinale DR.Kongo. Das Finale gegen Ghana wurde schließlich zum Krimi. Nach 120 torlosen Minuten ging es ins Elfmeterschießen, in dem zunächst so aussah, als würde das Final-Trauma für die Ivorer weitergehen. Gleich die ersten beiden Schützen vergaben, während die Ghanaer Mubarak und Jordan Ayew sicher wandelten. Doch dann hielt Keeper Copa Barry gegen Acquah und Ghanas vierter Schütze Acheampong schoss vorbei, sodass die Elfenbeinküste das Momentum mit zwei verwandelten Elfmetern von Serge Aurier und Seydou Doumbia wieder auf ihre Seite drehen konnte. Und dieses gab sie nicht mehr aus der Hand. Sechs weitere Schützen mussten auf jeder Seite antreten, alle trafen. Dann hielt Copa Barry seinen zweiten Elfmeter gegen Torwartkollege Razak, verwandelte im Gegenzug seinen eigenen Versuch vom Punkt und wurde zum Nationalhelden. Während die Elfenbeinküste ihr Trauma beendete, ging das von Ghana weiter. Seit 1982 warten die „Black Stars“ auf einen Titel, verloren seitdem drei Endspiele. Unvergessen bleibt, wie Ghanas Kapitän André Ayew nach dem Spiel bitterlich weinte und von Renard getröstet wurde. Das Turnier in Äquatorialguinea war auch politisch ein äußerst brisantes. Äquatorialguineas Staatschef Teodoro Obiang galt als eisenharter Diktator, den Menschenrechte nicht viel interessieren. Von weiten Teilen der Öffentlichkeit wurde die Vergabe nach Äquatorialguinea deshalb scharf kritisiert. Und tatsächlich gab es während des Turniers einige unschöne Ereignisse: Im Viertelfinale siegte der Gastgeber gegen Tunesien wegen einigen strittigen Schiedsrichterentscheidungen. Manipulationsvorwürfe machten die Runde. Im Halbfinale, das Äquatorialguinea mit 0:3 verlor, wurden ghanaische Fans auf den Tribünen mit Flaschen beworfen, sodass die Partie in der 82. Minute sogar unterbrochen werden musste. Ein Hubschrauber des Militärs kreiste über das Stadion, um die aggressiv gewordenen Heimfans einzuschüchtern. Das alles hinterließ einen bitteren Beigeschmack. Ursprünglich sollte das Turnier in Marokko stattfinden, doch die Nordafrikaner zögerten aus Angst vor der Ebola-Epidemie, forderten eine Verschiebung. Die CAF entzog Marokko schlussendlich die Vergabe und entschied sich für Äquatorialguinea.

Gruppe A:

Äquatorialguinea – Rep. Kongo 1:1

Burkina Faso – Gabun 0:2

Äquatorialguinea – Burkina Faso 0:0

Gabun – Republik Kongo 0:1

Gabun – Äquatorialguinea 0:2

Rep. Kongo – Burkina Faso 2:1

PlatzLandToreDifferenzPunkte
1.Republik Kongo4:2+27
2.Äquatorialguinea3:1+25
3.Gabun2:3-13
4.Burkina Faso1:4-31

Gruppe B:

Sambia – DR. Kongo 1:1

Tunesien – Kap Verde 1:1

Sambia – Tunesien 1:2

Kap Verde – DR. Kongo 0:0

Kap Verde – Sambia 0:0

DR. Kongo – Tunesien 1:1

PunkteLandToreDifferenzPunkte
1.Tunesien4:3+15
2.DR. Kongo2:203
3.Kap Verde1:103
4.Sambia2:3-12

Gruppe C:

Ghana – Senegal 1:2

Algerien – Südafrika 3:1

Ghana – Algerien 1:0

Südafrika – Senegal 1:1

Südafrika – Ghana 1:2

Senegal – Algerien 0:2

PositionLandToreDifferenzPunkte
1.Ghana4:3+16
2.Algerien5:2+36
3.Senegal3:4-14
4. Südafrika3:6-31

Gruppe D: 

Elfenbeinküste – Guinea 1:1

Mali – Kamerun 1:1

Elfenbeinküste – Mali 1:1

Kamerun – Guinea 1:1

Kamerun – Elfenbeinküste 0:1

Guinea – Mali 1:1

PlatzLandToreDifferenzPunkte
1.Elfenbeinküste3:2+15
2.Guinea3:303
3.Mali 3:303
4. Kamerun2:3-12

Viertelfinale: 

Tunesien – Äquatorialguinea 1:2

Ghana – Guinea 3:0

Elfenbeinküste – Algerien 3:1

Republik Kongo – DR. Kongo 2:4

Halbfinale: 

Äquatorialguinea – Ghana 0:3

Elfenbeinküste – DR. Kongo 3:1

Spiel um Platz 3: 

Äquatorialguinea – DR. Kongo 2:4

Finale: 

Ghana – Elfenbeinküste 0:0 n.V. 8:9 i.E.