Afrika Cup 2012

Austragungsort: Gabun und Äquatorialguinea (21. Januar – 12. Februar)

Sieger: Sambia (1. Titel)

Bester Spieler:  Christopher Katongo (Sambia)

Torschützenkönig:  Emmanuel Mayuka (Sambia) mit 3 Toren

Der Afrika Cup 2012 war wohl der komischste der Geschichte. Mit Nigeria, Kamerun und den Ägyptern hatten sich gleich drei absolute Schwergewichte nicht qualifizieren können. Besonders das Fehlen Ägyptens war fast schon eine Sensation, hatten die Pharaonen doch die letzten drei Turniere alle gewonnen. Doch 2011 hatte der arabische Frühling das Land ins Chaos gestürzt. Viele Menschen starben. Für die Ägypter gab es wichtigere Dinge als den Fußball. Das Endresultat war nicht weniger eine Sensation. Sambia holt sich zum ersten Mal überhaupt den Titel.
Die Ostafrikaner galten angesichts eines der Kaders, der aus Spielern bestand, die in der heimischen Liga, Südafrika, DR Kongo, China, Russland und der Schweiz ihr Geld verdienten, als Außenseiter. Überhaupt war Sambia in den zehn Jahren zuvor nur einmal über die Vorrunde hinausgekommen, zwei Jahre zuvor in Angola (Viertelfinale). Spätestens als Sambia im Halbfinale auf die stark besetzten Ghanaer traf, rechnete jeder fest mit dem Ausscheiden der „Chipolopolo“. Es kam anders. Die starke Abwehr, die der französische Coach Hervé Renard nach seinem Amtsantritt 2011 aufgebaut hatte, ließ die Offensivstars des Gegners nicht zum Zug kommen. Schließlich sorgte in der 78. Minute Emmanuel Mayuka für den Lucky Punch. Im Finale gegen die Elfenbeinküste um Didier Drogba wurden Sambia ebenfalls nur wenige Chancen eingeräumt. Nachdem die Ivorer in den Turnieren zuvor immer wieder knapp gescheitert waren, würden sie sich nun den Titel im Finale gegen einen Außenseiter wie Sambia nicht nehmen lassen, dachten die meisten. Erneut ein Trugschluss. Auch gegen Drogba, Gervinho und Co. erwies sich die sambische Abwehr als sattelfest. Nur einen gravierenden Fehler leistete sie sich, in der 68. Minute, als Gervinho im Strafraum zu Fall gebracht wurde. Drogba bekam vom Punkt die einmalige Chance, sein Land zum langersehnten zweiten Titel zu schießen und zugleich seine eigene beeindruckende Karriere zu krönen, doch der Stürmerstar des FC Chelsea setzte den Ball weit über das Tor. Sambia ließ nichts mehr anbrennen und siegte schließlich im Elfmeterschießen mit 9:8. Der Jubel kannte keine Grenzen. Manch ein Spieler und Fan betrachtete den Sieg sogar als Zeichen vom Himmel. 1993 stürzte nahe des Finalortes Libreville, der Hauptstadt Gabuns, die damalige Auswahl Sambias auf dem Weg zu einem WM-Qualifikationsspiel mit dem Flugzeug ab. Alle Insassen starben. 19 Jahre später gelang am gleichen Ort der größte Triumph der sambischen Fußballgeschichte. Für viele kein Zufall.

Gruppe A:

Äquatorialguinea – Libyen 1:0

Senegal – Sambia 1:2

Libyen – Sambia 2:2

Äquatorialguinea – Senegal 2:1

Äquatorialguinea – Sambia 0:1

Libyen – Senegal 2:1

PlatzLandToreDiff. Punkte
1. Sambia5:3+27
2. Äquatorialguinea 3:2+16
3. Libyen4:404
4. Senegal3:6-30

Gruppe B:

Elfenbeinküste – Sudan 1:0

Burkina Faso – Angola 1:2

Sudan – Angola 2:2

Elfenbeinküste – Burkina Faso 2:0

Sudan – Burkina Faso 2:1

Elfenbeinküste – Angola 2:0

PlatzLandToreDiff.Punkte
1. Elfenbeinküste5:0+59
2. Sudan4:404
3. Angola 4:5-14
4. Burkina Faso2:6-40

Gruppe C:

Gabun – Niger 2:0

Marokko – Tunesien 1:2

Niger – Tunesien 1:2

Gabun – Marokko 3:2

Gabun – Tunesien 1:0

Niger – Marokko 0:1

PlatzLandToreDiff.Punkte
1. Gabun 6:2+49
2. Tunesien4:3+16
3. Marokko4:5-13
4. Niger1:5-40

Gruppe D:

Ghana –  Botswana 1:0

Mali – Guinea 1:0

Botswana – Guinea 1:6

Ghana – Mali 2:0

Botswana – Mali 1:2

Ghana – Guinea 1:1

PositionLand Tore Diff. Punkte
1. Ghana 4:1+37
2. Mali3:306
3. Guinea7:3+44
4. Botswana2:9-70

Viertelfinale:

Sambia –  Sudan 3:0

Ghana – Tunesien 2:1

Gabun –  Mali 1:1 n.V. 4:5 n.E.

Elfenbeinküste – Äquatorialguinea 3:0

Halbfinale:

Sambia –  Ghana 1:0

Mali – Elfenbeinküste 0:1

Spiel um Platz 3:

Ghana – Mali 0:2

Finale:

Sambia – Elfenbeinküste 0:0 n.V. 8:7 n.E.