Senegal nach irrem Halbfinale gegen Tunesien im Endspiel



Der Senegal steht nach 120 verrückten Minuten gegen Tunesien zum zweiten Mal in der Geschichte im Finale des Afrika-Cups (erstes Endspiel 2002 2:3 n.E. gegen Kamerun). Die Dramaturgie der Partie war eine ganz besondere.
In der ersten Halbzeit bestimmte Senegal das Geschehen, hatte mehrere große Möglichkeiten um in Führung zu gehen, konnte diese aber nicht nutzen. Nach dem Seitenwechsel änderte sich das Bild. Plötzlich hatten die Nordafrikaner die besseren Gelegenheiten, waren im Abschluss aber ebenso wie die Senegalesen unglücklich. Selbst zwei Elfmeter konnte die Torlosigkeit nicht beenden. In der 73. Minute zeigte der äthiopische Schiedsrichter Weyesa nach einem Handspiel von Kalidou Koulibaly auf den Punkt. Der Arm des Neapel-Stars war jedoch deutlich an den eigenen Körper angelehnt. Der VAR beließ es gleichwohl bei der Entscheidung. Tunesien bekam so die große Möglichkeit eine knappe Viertelstunde vor Schluss, einen großen Schritt Richtung Finale zu machen. Doch Ferjani Sassi schoss so unplatziert und schwach, dass Senegals Keeper Gomis den Ball sogar festhalten konnte. Nur sechs Zeigerumdrehungen später gab es Elfmeter auf der anderen Seite. Dieses Mal bestanden keine Zweifel. Sarr wurde im Strafraum von Bronn plump zu Fall gebracht. Saivet übernahm Verantwortung und schoss auch deutlich besser als Sassi, jedoch nicht gut genug um Tunesiens Keeper Mouez Hassen zu überwinden. Der Schlussmann, der in Nizza unter Vertrag steht, parierte glänzend mit der linken Hand. Doch im Fußball ist es vom Helden zum Deppen nicht weit. So auch heute im Fall von Hassen. In der Verlängerung (100. Minute) lenkte der Keeper einen senegalesischen Freistoß aus dem Halbfeld gegen seinen eigenen Mitspieler Bronn, von dessen Kopf das Leder ins Tor sprang. Das 1:0 für Senegal. Und es sollte das einzige Tor an diesem Abend bleiben. Kurz vor Schluss (115. Minute) entschied Weyesa nach einem erneuten Handspiel der Senegalesen – dieses Mal von Idrissa Gueye – wieder für Elfmeter für Tunesien, nahm seine Entscheidung nach ausgiebiger Betrachtung der TV-Aufnahmen jedoch wieder zurück. Schalker Salif Sané hatte Gueye bei einem Klärungsversuch aus kurzer Distanz an die Hand geköpft. Eine äußerst umstrittene Entscheidung, vor allem wenn man nach den neuen Handregelungen geht. In der abgelaufenen Saison wurden für ähnliche Szenen meistens Elfmeter gepfiffen. Schlussendlich werden beide Seiten ihre Argumente haben. Nach dem zweifelhaften Elfmeter für Tunesien in der regulären Spielzeit geht die Entscheidung aus neutraler Sicht aber wohl in Ordnung.
So steht für den Senegal nächsten Freitag das wohl wichtigste Spiel der Landesgeschichte an. Erneut: Die „Löwen von Terrangha“ konnten sich die Krone Afrikas noch nie aufsetzen. Die Nordafrikaner werden hingegen äußerst enttäuscht nach Hause fahren. Schlussendlich war es das eigene Unvermögen in Form des verschossenen Elfmeters und des Patzers von Hassen, das das Aus besiegelte.


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