Senegal gegen Tunesien im Halbfinale beim Afrika-Cup 2019: Schlägt Mentalität Qualität?





Beim tunesischen Nationalteam ist die Welt endlich wieder in Ordnung. Nach den äußerst schwachen Auftritten zu Beginn des Turniers (drei Unentschieden in der Vorrunde) haben sich die „Adler von Karthago“ gefangen und stehen nun im Halbfinale. Dort trifft man auf den Senegal. Von der Qualität im Kader sind die Westafrikaner deutlich im Vorteil. Der Kader ist gespickt mit Spielern aus den fünf Topligen Europas, Mané und Abwehrchef Koulibaly gehören auf ihrer Position sogar zu den Besten der Welt. Tunesien hingegen verfügt nicht über ein solches Arsenal an Top-Spielern. Doch die Nordafrikaner dürften einen anderen Vorteil auf ihrer Seite haben: die mentale Stärke. Sich aus einer solch krisenähnlichen Lage wie zu Turnierbeginn herausgearbeitet zu haben, kann gar nicht hoch genug eingeschätzt werden. Viele hatten Tunesien nach der Vorrunde schon abgeschrieben, doch die „Adler von Karthago“ haben sich nie unterkriegen lassen. Besonders der emotionale Sieg im Elfmeterschießen gegen Ghana dürfte enorme Kräfte freigesetzt und die Mannschaft zusammengeschweißt haben. Das war bereits beim souveränen 3:0-Sieg im Viertelfinale gegen Madagaskar zu sehen. Die tunesischen Spieler werden aktuell das Gefühl haben, es mit jeder Mannschaft aufnehmen zu können. Zumal der Senegal bisher nicht wirklich überzeugt hat. Die „Löwen von Terrangha“ bekamen ihre große individuelle Qualität nicht wirklich auf den Rasen. In der Vorrunde verlor man den einzigen Härtetest gegen Algerien mit 0:1. In der K.o.-Runde gegen Uganda und Benin konnte der Senegal auch nicht wirklich überzeugen. Besonders den Sieg gegen die Beniner verdankte man auch dem Glück.
Beim Afrika-Cup war es darüber hinaus schon oft der Fall, dass sich nicht die qualitativ bessere Mannschaft sondern eben diejenige mit der stärkeren Mentalität durchgesetzt und den Titel geholt hat. Das letzte Turnier 2017 gewann Kamerun mit einer absoluten No-Name-Truppe. Ebenso Sambia 2012. Und Ägypten holte den Cup zwischen 2006 und 2010 sogar dreimal in Folge ohne Superstars von europäischen Topklubs.


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