Algerien gegen Nigeria im Halbfinale des Afrika-Cups 2019: Gernot Rohrs größtes Spiel

Foto: Vlad1988 / Shutterstock.com





Algerien ist im zweiten Halbfinale gegen Nigeria der eindeutige Favorit. Die Wüstenfüchsen präsentierten sich bisher deutlich stärker als die „Super Eagles“, auch wenn man im Viertelfinale gegen die Elfenbeinküste erst im Elfmeterschießen triumphierte. Algerien hat in fünf Partien noch nicht verloren und ein beeindruckendes Torverhältnis von 10:1 zu Buche zu stehen, beeindruckt mit Tempo- und Kombinationsfußball. Nigeria hingegen quälte sich in der Gruppenphase zu einem 1:0-Sieg gegen Burundi und unterlag Madagaskar. In der K.o.-Runde gewannen die Westafrikaner zweimal äußerst knapp. Im Achtelfinale gegen Kamerun (3:2) lag man zwischenzeitlich sogar zurück, konnte die Partie aber doch noch drehen. Im Viertelfinale gegen Südafrika (2:1) profitierte Nigeria von einem Torwartpatzer des Südafrikaners Williams in der Nachspielzeit. Allen voran die Defensive wirkt nicht wirklich sattelfest. Und nun kommen Mahrez, Belaili, Bounedjah und Feghouli. Wie kann Nigeria die Nordafrikaner also schlagen?
Alle Hoffnung ruht auf Nigerias deutschem Coach Gernot Rohr (66). Er muss taktisch einen Weg finden, die bärenstarken Wüstenfüchse aufzuhalten. Für Rohr ist das Duell gegen Algerien eines der größten seiner Trainerkarriere und es könnte ihn zu einer absoluten Legende in Nigeria machen. Rohr, der in seiner aktiven Laufbahn u.a. beim FC Bayern unter Vertrag stand (1972-74), die meiste Zeit aber in Frankreich bei Girondins Bordeaux (1977-89) verbrachte, genießt im bevölkerungsreichsten Land Afrikas schon jetzt großen Respekt. Denn er war es, der Nigeria aus einer großen Krise führte. Als er die „Super Eagles“ 2016 übernahm, lag das Nationalteam am Boden, hatte gerade zum zweiten Mal in Folge die Qualifikation für den Afrika-Cup verpasst. Eine Katastrophe für ein solches afrikanisches Schwergewicht. Rohr hauchte dem Team neues Leben ein, führte Nigeria zur WM in Russland, wo zwar in der Vorrunde Schluss war, man sich aber dennoch ordentlich präsentierte, Island besiegte und nur knapp gegen Argentinien (1:2) unterlag.
Nun steht Rohr bei seinem ersten Afrika-Cup mit Nigeria gleich im Halbfinale. Gelingt es ihm, sein Team nun auch ins Endspiel zu führten,  dürfte der deutsche Coach seinen Wert und sein Ansehen als Trainer massiv steigern.
Gleiches gilt aber auch für seinen Gegenüber, den 23-Jahre jüngeren Djamel Belmadi. Der algerische Coach war im internationalen Fußball bis dato kaum bekannt, trainierte vor den Wüstenfüchsen nur in Katar. Nun steht Algerien mit ihm auf der Trainerbank vor der ersten Finalteilnahme seit 29 Jahren. Dabei beeindruckt vor allem die Art und Weise, wie die Nordafrikaner unter Belmadi auftreten.



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