Tunesien ruft endlich sein großes Potenzial ab und steht im Halbfinale

Foto: Marco Iacobucci EPP / Shutterstock.com



Was wurde nach der enttäuschenden Vorrunde der Tunesier nicht alles schon geschrieben. Von der größten Enttäuschung des Afrika-Cup 2019 war bereits die Rede. Nun stehen die „Adler von Karthago“ nach einem souveränen 3:0-Sieg gegen die Überraschungsmannschaft Madagaskar unter den besten vier Teams des Kontinents! Die Nordafrikaner brauchten einige Zeit, um ins Spiel zu kommen, zeigten dann aber angeführt von einem groß aufspielenden Wahbi Khazri erstmals bei diesem Turnier ihr großes Potenzial, überzeugten spielerisch als auch mit einer starken Defensivarbeit. In der 32. Minute traf Khazri per direkt ausgeführten Freistoß aus 25 Metern die Latte. Das war der Startschuss für die tunesische Dominanz. Schaffte es sich Madagaskar noch irgendwie in die Halbzeitpause zu retten, zappelte es dann kurz nach dem Seitenwechsel zum ersten Mal im Tor. Ferjani Sassi zog in er 52. Minute von der Strafraumgrenze ab, sein Versuch wurde unhaltbar für Madagaskars Keeper Adrien abgefälscht und landete im Netz. Acht Minuten später sorgte Youssef Msakni nach einem schönen tunesischen Angriff für die Vorentscheidung. Den Schlusspunkt setzte der eingewechselte Naim Sliti in der Nachspielzeit (93.). Nach einer Ecke von Madagaskar konterten die Tunesier über Khazri. Der überragende Offensivmann legte im richtigen Moment auf Sliti, der frei vor dem madagassischen Tor cool blieb und den Ball über den herausstürzenden Adrien ins Tor chippte. Tunesien trifft im Halbfinale nun auf den Senegal. Der psychologische Vorteil dürfte schonmal bei den Nordafrikanern liegen, denn sich aus so einer schwierigen Lage zu befreien, dürfte große Kräfte freisetzen. Madagaskars Märchen ist hingegen vorbei. Doch man wird nicht lange trauern. Das Erreichen des Viertelfinales beim ersten Afrika-Cup ist eine der größten, wenn nicht sogar die größte Leistung in der Sportgeschichte des Inselstaates. Jeder der 23 Akteure als auch Coach Nicolas Dupuis werden für immer Helden auf Madagaskar sein.


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