Algerien nach unglaublichem Drama im Halbfinale

Foto: CP DC Press / Shutterstock.com



Im bisherigen Turnierverlauf hatten seine Mitspieler die Schlagzeilen bestimmt, Algeriens Nummer 1 Rais M’Bolhi bekam nicht viel zu tun, doch im Viertelfinale gegen die Elfenbeinküste schlug die Stunde des Schlussmannes vom saudi-arabischen Klub Al-Ettifaq. Schon in der 6. Minute rettete er seine Mannschaft vor dem Rückstand, als er einen Schuss von Max Gradel spektakulär mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenkte. Das Drehbuch sah gleichwohl noch mehr für ihn vor. Denn nachdem es erst nach 90 und dann nach 120 Minuten 1:1-Unentschieden stand, ging die Partie ins Elfmeterschießen, in dem M’Bolhi den dritten ivorischen Versuch von Wilfried Bony abwehrte. Zuvor hatten alle Schützen getroffen. Zwar verschoss danach Algeriens fünfter Schütze Youcef Belaili (Pfosten), doch die Elfenbeinküste konnte die große Chance auf den Ausgleich in Person von Ex-Suttgarter Serey Dié nicht nutzen. Der Mittelfeldspieler setzte seinen Versuch ebenfalls an linke Aluminium. Algerien siegte mit 4:3 vom Punkt.
Was für ein Drama in der ägyptischen Stadt Sues! 120 Minuten hatten sich beide Mannschaften nichts geschenkt und für ein offenes und spektakuläres Spiel mit großen Chancen auf beiden Seiten gesorgt.
Als das Elfmeterschießen losging, hielt es der ein oder andere Algerier nervlich nicht mehr aus und weinte vor Anspannung. Allen voran einer hatte sich nicht mehr im Griff: Angreifer Baghdad Bounedjah. Wären die Wüstenfüchse ausgeschieden, wäre er der tragische Held gewesen. Bounedjah, der ein unglaublich starkes Turnier spielt, setzte kurz nach der Halbzeit (48. Minute) einen Foulelfmeter an die Latte, den er selbst rausgeholt hatte. Es wäre die Vorentscheidung gewesen, denn Algerien führte zu diesem Zeitpunkt mit 1:0 durch das Tor von Feghouli in der 20. Minute, das Bounedjah übrigens mit einem gewonnenen Zweikampf stark eingeleitet hatte. Doch der Angreifer vergab und wenig später kam die Elfenbeinküste durch Jonathan Kodjias zum Ausgleich (62. Minute). Nach Zuspiel von Wilfried Zaha tankte sich Kodjia stark nach Innen und traf mit einem platzierten Schuss aus 14 Metern. Algerien antwortete mit wütenden Angriffen. In der 66. Minute bekam Bounedjah frei vor dem ivorischen Tor die Chance, seinen Fehler gut zu machen, scheiterte aber erneut – dieses Mal an Keeper Gbohouo. Wenige Minuten später setzte er Mahrez perfekt ins Szene, doch der Schuss des City-Stars wurde von Bagayoko noch kurz vor der Linie geklärt. Zehn Minuten später musste Bounedjah runter, für ihn kam Islam Slimani. Ab dieser Minute begannen die wahren Leiden des Angreifers. Immer wieder zeigten die Fernsehkameras den emotionalen Bounedjah auf der Ersatzbank sitzend und mit den Tränen kämpfend. In der Verlängerung wurde es für ihn dann komplett unerträglich, denn die Ivorer hatten drei große Möglichkeiten in Führung zu gehen, nutzten diese aber nicht. Schlussendlich ging die Geschichte für Bounedjah auch dank seines Mitspielers M’Bolhi gut aus. An dieses Spiel werden wir uns mit Sicherheit noch lange erinnern!



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