Afrika-Cup 2019: Das Achtelfinale im Check

Marokko – Benin
Marokko ist einer der großen Favoriten auf den Titel, hat alle drei Gruppenspiele gewonnen, ohne ein einziges Gegentor zu kassieren. Die Qualität in der Mannschaft ist wohl so hoch wie bei keinem anderen Team. Und mit Hervé Renanard hat man einen Coach, der den Afrika-Cup bereits zweimal gewinnen konnte, die besondere Situation „K.o.-Spiel also kennt. Doch der Benin ist eine Mannschaft, die den „Löwen vom Atlas“ überhaupt nicht liegt. In der Gruppenphase blieben die Westafrikaner ungeschlagen, standen hinten äußerst kompakt. Gegen tiefstehende, defensivorientierte Teams tut sich Marokko oft schwer. In der Vorrunde erzielte man gegen Namibia und Südafrika – beide rührten Beton an – erst kurz vor Schluss den 1:0-Siegtreffer. Marokko liegen Teams, die mitspielen. Der Benin wird deshalb eine harte Nuss.

Uganda – Senegal
Der Senegal ging als einer der großen Topfavoriten in den Afrika-Cup. Noch ist nicht wirklich klar geworden, ob die Westafrikaner wirklich das Zeug zum Titel haben. Zwar holte man gegen Tansania (2:0) und Kenia (3:0) zwei überzeugende Siege, im einzigen Härtetest gegen Algerien präsentierten sich die Senegalesen jedoch äußerst schwach, verloren mit 0:1. Und Uganda wird alles andere als ein einfacher Gegner. Die Kraniche sind eine der großen Überraschungen des Turniers, holten in der Gruppe vier Punkte. Bei der einzigen Niederlage, dem 0:2 gegen Ägypten im letzten Vorrundenspiel, spielte Uganda auf Augenhöhe mit, erspielte sich viele gute Chancen, konnte diese aber nicht verwerten, weswegen am Ende der Gastgeber den Sieg holte. Den Senegal erwartet ein heißer Tanz.

Nigeria – Kamerun
Das auf dem Papier attraktivste Duell, ein echter afrikanischer Klassiker, auf den sich der ganze Kontinent freut. Nigeria hat den Afrika-Cup dreimal gewonnen, Kamerun fünfmal. Kamerun ist das afrikanische Team mit dem meisten WM-Teilnahmen (7), Nigeria mit den zweitmeisten (6). Dreimal trafen sich die beiden Länder schon im Finale des Afrika-Cups. Keine Paarung gab es im Endspiel häufiger. Immer siegte Kamerun. Der Ausgang dieses Mal ist völlig offen. Beide Teams konnten noch nicht vollends überzeugen.



Ägypten – Südafrika
In keinem anderen Achtelfinale sind die Rollen so klar verteilt. Auf der einen Seite der Gastgeber Ägypten, der alle drei Gruppenspiele gewonnen und kein einziges Gegentor kassiert hat. Auf der anderen Seite die Südafrikaner, die als allerletzte Mannschaft, als viertbester Gruppendritter ins Achtelfinale rutschten und bisher in drei Partien nur ein einziges Tor geschossen haben – gegen den krassen Außenseiter Namibia. Allerdings kassierte „Bafana Bafana“ auch nur zwei Tore und das bei starken Gruppengegnern wie Marokko und der Elfenbeinküste. Die Defensive steht. Für Ägypten könnte die Partie also zu einem Geduldsspiel werden.

Dr Kongo – Madagaskar
Überraschungsteam Madagaskar, überhaupt zum ersten Mal beim Afrika-Cup dabei, scheint nach einer überragenden Gruppenphase, in der man ungeschlagen blieb und Nigeria besiegen konnte, auf den ersten Blick favorisiert. Doch Dr Kongo bewies nach zwei Niederlagen zu Beginn mit einem 4:0-Kantersieg im letzten Gruppenspiel gegen Simbabwe große Moral. Die Kongolesen haben zudem die besseren und erfahreneren Einzelspieler. Es wäre jedenfalls keine große Überraschung, wenn sich Dr Kongo am Ende durchsetzt.

Algerien – Guinea
Algerien ist bislang die alles überragende Mannschaft des Turniers. Die Wüstenfüchse überzeugen offensiv wie defensiv, haben mit Mali die meisten Tore geschossen (6) und noch keinen Gegentreffer kassiert. Doch Achtung vor Guinea! Die Westafrikaner sind in der Gruppe zwar nur Gruppendritter geworden, aber an einem guten Tag dank Unterschiedsspielern wie Liverpools Seydou Keita und Gladbachs Ibrahima Traore in der Lage, jeden Gegner zu schlagen. Algerien ist Favorit, muss aber aufpassen.



Ghana – Tunesien
Das Duell der beiden Sorgenkinder. Beide Teams sind mit großen Erwartungen angereist, konnten bisher aber nicht überzeugen. Besonders Tunesien enttäusche maßlos, konnte bisher noch keinen einzigen Sieg einfahren (drei Unentschieden). Ghana holte zwar den Gruppensieg (5 Punkte), hatte aber beim bisher einzigen Sieg gegen Guinea-Bissau (2:0) großes Glück. Dreimal rettete das Aluminium für die Black Stars. Für den Verlierer wird es bei der Rückkehr in die Heimat äußerst unangenehm.

Mali – Elfenbeinküste
Ein äußerst ausgeglichenes Duell, das große Spannung verspricht. Die Elfenbeinküste hat mit Spielern wie Nicolas Pepe, Franck Kessie, Wilfried Zaha, Serge Aurier und Jean Seri etwas mehr individuelle Qualität. Mali hat sich dafür deutlich eingespielter präsentiert und ist anders als die Ivorer noch ungeschlagen.

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