Interview Cédric Ayibiga Mferi zum Afrika-Cup 2019: „Der Afrika-Cup war schon immer mein absolutes Highlight“

Foto Cédric Ayibiga Mferi

Cédric Ayibiga Mferi ist Präsident des Afrika Fußballklub Köln, einem einzigartigen Verein, der in der Kreisliga spielt und – wie der Name schon verrät – eine afrikanische Identität besitzt (nähere Infos HIER). Mit uns sprach Cédric, dessen Wurzeln im Gabun liegen, über den anstehenden Afrika-Cup in Ägypten und welche Rolle dieser in seinem Klub spielt.

Afrika-Cup.de: Cédric, du bist Präsident vom Afrika Fußballklub Köln, einem Fußballklub mit afrikanischer Identität, was bedeutet der Afrika-Cup für dich persönlich?
Cédric: Für mich persönlich war der Afrika Cup immer das Highlight aller FIFA-Turniere. Das begann schon in der frühen Kindheit als Taribo West mit seiner lustigen Frisur und den knallgrünen Nigeria Trikots über den Platz gerannt ist oder als die Kameruner plötzlich in Muskelshirts aufliefen und die Afro-Power augenscheinlich zu sehen war. Über die Jahre mit der Ausrichtung des Afrika Cups 2012 in Gabun & Äquatorialguinea und vor allem 2017 , als das Turnier dann nur in Gabun stattfand  und ich meinen Heimaturlaub entsprechend gelegt hatte, war mein Schicksal als Afrika Cup- Groupie besiegelt.
Natürlich ist der Afrika Cup auch in unserem Verein ein großes Thema. Wir haben eine große senegalesische Truppe, aber auch eine starke Kongo-Angola Fraktion. Dass dann auch Länder wie Uganda dabei sind, macht das ganze noch interessanter.
Afrika-Cup.de: Was sind deine prägendsten Erinnerungen an den Afrika-Cup?
Cédric:
Das Elfmeterschießen zwischen der Elfenbeinküste und Kamerun war schon das I-Tüpfelchen in meinen Afrika Cup Memoiren. Die meiner Meinung nach besten Strafraumstürmer der 2000er Jahre standen ja auch auf dem Feld. Samuel Eto´o & Didier Drogba. Zwei Legenden und wenn nicht die besten Stürmer, die der Kontinent je gesehen hat. Und aus persönlicher Sicht – das 3:2 für Gabun durch einen Freistoßtreffer in der 97. Minute von Mbanangoye über Marokko 2012 – ein emotionales Highlight. Als Gabuner war man da stolzer Gruppensieger mit 9 Punkten. Unbezahlbar für unser kleines Fussballland.
Afrika-Cup.de: Du hast bereits erwähnt, dass der Afrika-Cup bei euch in der Mannschaft eine große Rolle spielt. Da wurde in den letzten Wochen bestimmt auch viel gestichelt oder? 😉
Cédric:  Definitiv, die Sticheleien bleiben nicht aus. Mit Angola, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, den zwei Kongos, Marokko, Nigeria, Senegal, Togo, Tschad, Tunesien & Uganda haben wir insgesamt 13 afrikanische Nationen in unserer Mannschaft vertreten. Dazu kommen natürlich noch unsere deutschen Jungs, ein syrischer Kurde, zwei Türken und ein Italiener.
Das aktuellste Thema ist das Spiel von Uganda gegen Kongo. Unser kleinster aber lautester Spieler Edward Kyambadde – hat sich alleine zur Aufgabe gemacht gegen 7-8 kongostämmige Spieler zu wetten, dass sein Uganda gewinnt. Das spiegelt meiner Einschätzung nach die Kräfteverhältnisse bei diesem Spiel wieder.
Afrika-Cup.de: Der Gabun hat es leider nicht geschafft. Wem drückst du jetzt die Daumen und wer sind deine Favoriten?
Cédric: Da ich letzten Jahr während der WM in Dakar war, und die Senegalesen von dort aus supported habe, sind die mein heimlicher Favorit. Ansonsten sind die Kongolesen ganz oben auf meiner Liste. Das sind wahre Stimmungsmacher und die haben auch einige Topfußballer dabei.
Hätten sich einige Topstars wie Lukaku, Kompany, Matuidi, Kimpembe und viele Andere für die Länder ihrer Eltern entschieden – wäre das sicherlich DIE STÄRKSTE ELF des Kontinents.
Aber da der Kongo auch regelmäßig im afrikanischen CL-Finale steht – mit dem Club TP Mazembe – sind da auch oft aus dem Kongo – sehr sehr gute Kicker dabei.
Cédric Bakambu wäre ohne seinen Wechsel von Villareal nach China – sicherlich bei dem ein oder Anderen Topklub gelandet.
Zu Gabun selbst: die Nichtqualifikation, die durch die Niederlage im Burundi am letzten Spieltag der Qualifiaktion besiegelt wurde, war peinlich. Da will ich gar nicht groß drüber reden. Wir haben auch einige gute Kicker – allerdings haben die Jungs es nie geschafft, über ihren Einzelstarstatus hinauszukommen.
Deshalb bleiben mir persönlich DR Kongo & der Senegal. Vor allem Sadio Mané würde ich den Titel zu Afrikas Fußballer des Jahres ungemein gönnen.
Hoffen wir , dass auch die kleinen Spiele ein ansehnliches Niveau erreichen und wir ein schönes Turnier erleben können und es gerade im politisch instabilen Ägypten bei Misserfolgen ruhig bleibt.

 

 

 

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