Interview Mamadou Diabang Afrika-Cup 2019: „Mané gegen Salah im Finale wäre überragend“

Mamadou Diabang im Trikot von Türkgücü Gütersloh (Foto von Jens Dünhölter)

69 Bundesligaspiele und 100 Zweitligaspiele für Arminia Bielefeld, den Vfl Bochum, Vfl Osnabrück und den FC Augsburg sowie sieben Länderspiele für den Senegal absolvierte Mamadou Diabang in seiner Profikarriere. Sogar der FC Bayern war einmal an ihm dran. Aktuell spielt Diabang im Amateurbereich bei Türkgücü Gütersloh. In der abgelaufenen Saison verhalf er dem Klub mit 25 Toren in 24 Partien zum Aufstieg aus der Kreisklasse in die Bezirksliga. Mit uns sprach der Angreifer über den anstehenden Afrika-Cup in Ägypten.

Afrika-Cup.de: Herr Diabang, erstmal: Wie geht es Ihnen als ehemaliger Profi im Amateurbereich?
Diabang: Ich fühle mich sehr gut. Es ist toll, dass wir mit Türkgücü den Aufstieg in die Bezirksliga geschafft haben. Türkgücü ist ein toller Klub mit einem sehr familiären Umfeld.
Afrika-Cup.de: Nun zum eigentlichen Thema, dem Afrika-Cup. Welche Bedeutung hat das Turnier in Afrika?
Diabang: Der Afrika-Cup hat eine immense Bedeutung, wie hier die EM. Jedes Land will den Pokal. Der Senegal hat bisher noch nie gewonnen, obwohl wir eigentlich immer mit einem guten Team anreisen. Das ist schon bitter.
Afrika-Cup.de: Dieses Jahr stehen die Chancen aber so gut wie nie oder? Viele Experten sehen den Senegal als Topfavoriten auf den Titel.
Diabang: Ja, wir gehören zu den Favoriten, aber es wird sehr schwer. Schon beim letzten Afrika-Cup 2017 waren wir einer der großen Favorit und sind dann schon im Viertelfinale rausgeflogen. Es ist so: Wenn du als afrikanischer Spieler in Europa spielst und dann zur Nationalmannschaft kommst, merkst du, dass die Uhren in Afrika ganz anders Ticken. Die Stimmung im Senegal ist aber sehr gut. Das liegt vor allem daran, dass wir einen der besten Spieler der Welt in unseren Reihen haben: Sadio Mané. Bei der WM in Russland hat er nicht wirklich brilliert. Ich hoffe, dass er sein Potenzial dieses Mal nach dem Gewinn der Champions League abrufen kann.
Afrika-Cup.de: Und welche anderen Spieler würden sie hervorheben?
Diabang; In der Offensive Keita Baldé von Inter Mailand und die beiden Jungs von Stade Rennes, Ismaila Sarr und Mbaye Niang. Im Mittelfeld Idrissa Gueye, Stammspieler beim FC Everton und hinten Kalidou Koulibaly vom SSC Neapel. Wir sind schon sehr gut besetzt. Aber wie ich schon erwähnt habe, hat Afrika seine eigenen Regeln. Vor sechs Jahren kam die Elfenbeinküste mit einer absoluten Topmannschaft zum Turnier und verlor das Finale dann gegen den krassen Außenseiter Sambia. Auf dem Papier bist du Favorit, aber auf dem Platz ist etwas anderes.

Diabang bejubelt den Aufstieg mit Türkgücü Gütersloh (Foto von Jens Dünhölter)

Afrika-Cup.de: Auf der Trainerbank sitzt mit Aliou Cissé ein Senegalese. In Afrika vertraut man immer öfters einheimischen Trainern. Es ist ein Trend zu erkennen. Das ist positiv zu betrachten oder?
Diabang: Ja natürlich, so muss es auch sein. Aliou hat beispielweise auch eine tolle Karriere hingelegt, spielte in England und Frankreich, hat viel Erfahrung gesammelt und gelernt. 2002 war er Kapitän, als Senegal sensationell ins Viertelfinale bei der WM in Japan und Südkorea einzog. Insgesamt macht er einen guten Job. Er hat Persönlichkeit und ich hoffe, dass wir mit ihm das Ding endlich gewinnen.
Afrika-Cup.de: Wer sind Senegals größte Konkurrenten im Kampf um den Titel?
Diabang: Wie ich schon angedeutet habe, ist der afrikanische Fußball nicht wirklich vorherzusehen. Viele können gewinnen. Es wird richtig spannend. Auf dem Papier sind es natürlich Gastgeber Ägypten, Tunesien und Marokko. Und es gibt immer eine Überraschungsmannschaft.
Afrika-Cup.de: Was wäre Ihr Traumfinale? Senegal gegen….
Diabang: Gastgeber Ägypten! Das Duell Salah gegen Mané. Das wäre einfach überragend und würde dafür sorgen, dass sich weltweit sehr sehr viele Leute das Afrika-Cup-Finale anschauen. Und am Ende gewinnen wir!

Diabang mit seinen Teamkollegen bei Türkgücü Gütersloh (Foto von Jens Dünhölter)


Türkgücü Gütersloh unterstützte ein Fußballteam in Diabangs Heimat Senegal und sendete ein Trikotset nach Westafrika. Im Gegenzug darf sich der Klub darüber freuen, nun auch auf dem Schwarzen Kontinent vertreten zu sein.

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