Teamportraits Afrika-Cup 2019: Tunesien

Die Nordafrikaner waren in den letzten 25 Jahren die stabilste und konstanteste Mannschaft des Kontinents. Seit 1994 verpasste Tunesien keinen einzigen Afrika-Cup, das schaffte weder Ägypten, Ghana, Kamerun noch Nigeria, die Elfenbeinküste, Marokko, Algerien oder der Senegal. Zudem qualifizierten sich die „Adler von Karthago“ in dieser Zeit viermal für eine WM. Für große Schlagzeilen sorgte Tunesien in diesen 25 Jahren aber nur selten. Die Vorrunde konnte man bei einer WM kein einziges Mal überstehen. Beim Afrika-Cup erreichte Tunesien seit 1994 bei dreizehn Turnieren nur dreimal das Halbfinale. Der Triumph beim Heim-Turnier 2004 war der einzige wirklich große und denkwürdige Erfolg. Seitdem kam man nie über das Viertelfinale hinaus. Das ganze Land sehnt sich seit Jahren danach, in Afrika wieder bei den ganz Großen mitzumischen. Klappt dies vielleicht beim diesjährigen Afrika-Cup? Die Chancen stehen nicht schlecht. Bei der WM in Russland scheiterte Tunesien zwar schon in der Vorrunde, hinterließ aber einen guten Eindruck, holte gegen Panama (2:1) den ersten WM-Sieg seit 1978 und spielte gegen die Schwergewichte England (1:2) und Belgien (2:5) mutig mit. Coach Nabil Maaloul trat nach dem Turnier zwar zurück, doch mit dem Franzosen Alain Giresse fand sich ein guter Ersatz. Giresse trainierte in Afrika bereits den Gabun, Mali und Senegal. Tunesien ist ein eingeschworenes und zugleich technisch-starkes Team. Mit Wahbi Khazri vom AS Saint-Etienne, der bei der WM der überragende Spieler der Nordafrikaner war und in der letzten Saison in der Ligue 1 für Furore sorgte, sowie dem mit viel Talent gesegneten Youssef Msakni (KAS Eupen) besitzt Tunesien zwei Spieler, die jederzeit den Unterschied ausmachen können. Tunesien ist es dieses Mal zuzutrauen, um den Titel mitzuspielen.

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