Teamportraits Afrika-Cup 2019: Burundi und Madagaskar

Burundi: Zum überhaupt allerersten Mal ist Burundi, eines der ärmsten Länder der Welt, beim Afrika-Cup dabei. Die Qualifikation löste im gesamten Land einen Ausnahmezustand aus. Menschen feierten und tanzten ausgelassen auf den Straßen. Dann folgte wenige Monate später der Schock: Verbandspräsident Revien Ndikuriyo teilte der Öffentlichkeit mit, dass das Budget des Nationalteams nicht ausreiche, um am Afrika-Cup mitzumachen. Er bat um Spenden, damit das Sommermärchen nicht doch noch ins Wasser fällt. Die Geschichte ging gut aus. Es fand sich genügend finanzielle Unterstützung, sodass Burundi in Ägypten auflaufen wird.
Jedes der drei Gruppenspiele wird sich für die Ostafrikaner anfühlen wie ein Finale und das Land wieder in einen Ausnahmezustand versetzen. Größter Hoffnungsträger ist Saido Berahino. Er absolvierte in der Premier League für Stoke City und West Bromwich Albion insgesamt 133 Spiele. Der Rest der Mannschaft spielt in Fußball-Entwicklungsländern wie Uganda, Südafrika, Saudi-Arabien, Australien oder Schottland.

Madagaskar: Wie Burundi ist auch Madagaskar erstmals beim Afrika-Cup dabei. Am 27. Juni kommt es zum Duell der beiden Debütanten. Und der Sieger darf sogar vom Weiterkommen träumen, denn da erstmals 24 Teams dabei sind, ziehen auch die besten vier Gruppendritten ins Achtelfinale ein. Ein Sieg könnte dafür schon ausreichen. Die Madagassen gehen als Favorit in dieses Duell, sie haben mehr Qualität im Team als Burundi. Mehrere Spieler stehen in Frankreich unter Vertrag. Der bekannteste Name ist Routinier Jeremy Morel (35) von Olympique Lyon. Dabei debütierte der Abwehrmann erst im letzten November für das Nationalteam, als abzusehen war, dass sich Madagaskar, das Land seines Vaters, tatsächlich erstmals für den Afrika-Cup qualifizieren wird. Wäre die Qualifikation nicht in Aussicht gewesen, hätte Morel wohl nie für den Inselstaat debütiert. 

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