Kamerun: Kapitän tritt aus Nationalelf zurück

Kameruns Spielführer Benjamin Moukandjo (29), der aktuell in China bei JS Suning unter Vertrag steht, ist mit sofortiger Wirkung aus der kamerunischen Nationalmannschaft zurückgetreten. Grund dafür ist ein Konflikt mit Nationaltrainer Clarence Seedorf, der die „Unzähmbaren Löwen“ seit August leitet. Moukandjo, der langjähriger Leistungsträger im Nationalteam gewesen ist, schon bei der WM 2014 dabei war und im Februar letzten Jahres mit den Afrika-Cup gewann, wurde vom niederländischen Coach für die Länderspiele im September nicht nominiert. „Gute, junge Spieler spielen nicht in China oder Asien“, erklärte Seedorf seine Entscheidung. „Jeder Spieler ist eine Option, aber wenn junge Spieler sich für China entscheiden, gehören sie nicht zu den ersten drei Wahloptionen.“ Als verdienter und langjähriger Nationalspieler ließ sich Moukandjo einen Umgang wie diesen nicht gefallen. „Ich fand die Aussagen von Clarence Seedorf sehr dreist und unfair. Unfair deshalb, weil er mich über seine Entscheidung nicht informiert hat. Der Nationaltrainer soll mein Niveau beurteilen, indem er mich auf dem Platz beobachtet, anstatt einfach zu beschließen, jemanden draußen zu lassen“, sagte Moukandjo. Tatsächlich erscheint es äußerst fragwürdig, dass ein Führungsspieler und bewährter Leistungsträger wie Moukandjo abgesägt wird, nur weil er nach China gewechselt ist. Dortmunds Sommer-Neuverpflichtung Axel Witsel verbrachte beispielsweise die letzten Jahre in Fernost, zeigte bei der WM dann aber seine ganze internationale Klasse, wurde mit Belgien Dritter. Vielleicht wird Seedorf seine Entscheidung noch bereuen.



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